Änderung der Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV) betreffend "Ambulant vor Stationär"

Das EDI hat am 12.2.2018 die Änderung der Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV) betreffend „Ambulant vor Stationär“ beschlossen. Demnach sollen ab 01.01.2019 sechs Gruppen von Eingriffen nur noch ambulant durchgeführt werden, ausser es liegen besondere Umstände vor.  

Neue Regelung „Ambulant vor Stationär“ per 1. Januar 2019

In der Schweiz werden mehr Eingriffe stationär durchgeführt als im Ausland, obwohl ein ambulanter Eingriff aus medizinischer Sicht angezeigt und patientengerecht wäre und weniger Ressourcen beanspruchen würde.

Das EDI hat deshalb entschieden, dass folgende sechs Gruppen von Eingriffen nur noch vergütet werden, wenn sie ambulant vorgenommen werden (siehe Referenzdokument Eingriffe):

  • Einseitige Krampfaderoperationen der Beine
  • Eingriffe an Hämorrhoiden
  • Einseitige Leistenhernienoperationen
  • Untersuchungen/Eingriffe am Gebärmutterhals oder an der Gebärmutter
  • Kniearthroskopien inkl. Arthroskopische Eingriffe am Meniskus
  • Eingriffe an Tonsillen und Adenoiden

Der Beschluss des EDI vom 12. Februar 2018 hat zum Ziel, bei diesen Eingriffen eine einheitliche Regelung für alle Versicherten in der Schweiz zu schaffen. Die entsprechende Änderung der Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV) tritt per 1. Januar 2019 in Kraft. Sie wurde unter Einbezug der betroffenen Akteure erarbeitet. Die Übergangszeit ermöglicht es den Spitälern und Versicherern, sich organisatorisch auf die neue Regelung einzustellen. Derzeit werden zudem jene Ausnahmekriterien erarbeitet, nach welchen auch eine stationäre Behandlung vergütet werden kann.

 

Kostenwirkungen der Verlagerung

Zur Abschätzung des Verlagerungspotenzials und der Kostenfolgen hat das BAG das Obsan damit beauftragt, einen aktuellen Bericht zu erstellen. Dieser zeigt für das Jahr 2016 ein Verlagerungspotenzial von 33‘000 stationären Fällen, die hätten ambulant operiert werden können. Da die ambulanten Leistungen vollständig über die Versicherer und die stationären Leistungen bis zu 55% durch die Kantone finanziert werden, entstehen unterschiedliche Auswirkungen. Einsparungen erfolgen in erster Linie bei den Kantonen in einem Umfang von über 90 Mio. Franken. Die Berechnungen zeigen, dass keine Auswirkungen auf die Prämien entstehen.

 

Monitoring

Die tatsächlichen Auswirkungen der Massnahme sollen hinsichtlich der Entwicklung der Anzahl ambulanter und stationärer Eingriffe überwacht werden. Innerhalb von drei Jahren wird eine Evaluation hinsichtlich Auswirkungen der Massnahme auf Patientinnen und Patienten sowie auf die Leistungserbringer und Versicherer hinsichtlich Qualität und Kosten durchgeführt. Ein Monitoringkonzept wird in der Übergangsphase im Jahr 2018 entwickelt. Über eine Erweiterung der Liste von ambulant durchzuführenden Eingriffen wird nach der Evaluation entschieden.


Aktivitäten der Kantone

Zwischenzeitlich haben mehrere Kantone (insbesondere Aargau, Luzern, Wallis, Zug, Zürich) eigene Regelungen betreffend "Ambulant vor Stationär" eingeführt. Die Liste der Kantone umfasst mehr Eingriffe als diejenige in der KLV. Dies ist weiterhin möglich.

Letzte Änderung 06.03.2018

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