Vorgehen bei Beschwerden in Wohnungen

Haben Sie Ihre Wohnung im Verdacht, gesundheitliche Beschwerden auszulösen? Dann sollten Sie sich als erstes vom Hausarzt untersuchen lassen und sich einen Überblick über die Belastungssituation verschaffen.

Gesundheitliche Beschwerden können Zeichen einer ernsthaften Erkrankung sein. Deshalb sollte immer zuerst der Hausarzt aufgesucht werden. Dies gilt in besonderem Masse bei starken Beschwerden und bei Symptomen ohne klare zeitliche Bezüge zum Aufenthalt in Gebäuden. In einem ersten Schritt gilt es zunächst, sich einen Überblick über die Beschwerden und die  Belastungssituation zu verschaffen. Dabei sollten Fragen geklärt werden wie: Welche Beschwerden treten auf? Wer ist betroffen? Nehmen die Beschwerden während des Aufenthalts im Gebäude zu und klingen sie im Freien oder beim Ferienaufenthalt in anderen
Gebäuden wieder ab? Bestehen bestimmte Krankheiten, welche mit den Beschwerden in einem Zusammenhang stehen könnten? Gibt es zeitliche Zusammenhänge zwischen Beschwerden und bestimmten Ereignissen oder Belastungen? Bemerken Sie ungewöhnliche oder störende Gerüche in Ihren Wohnräumen? Sind diese in einem Raum besonders stark? Gibt es Anzeichen für Feuchtigkeitsprobleme wie ständig angelaufene Fensterscheiben im Winter, Stockflecken, Ablösung von Tapeten? Gibt es sichtbaren Schimmel? Wie sieht die Lüftungssituation aus? Die Situationsanalyse kann mit Hilfe eines Fragebogens durchgeführt werden. Ein
gutes Beispiel ist der Fragebogen, der von den im Verein eco-bau zusammengeschlossenen Hochbauämtern zur Verfügung gestellt wird. Den Link dazu finden Sie auf dieser Seite im Register „Links“.

In vielen Fällen ergeben die beschriebenen Abklärungen bereits konkrete Hinweise auf mögliche Innenraumprobleme. Erfahrungen aus der Praxis können dabei hilfreich sein. Sofern sich Belastungen durch das Verhalten der Bewohner beeinflussen lassen, sollten immer entsprechende Massnahmen zur Reduktion getroffen werden (siehe dazu Rubrik «Gesund wohnen»). Ergeben sich Hinweise auf bauliche Probleme, so sollten Mieter möglichst früh das Gespräch mit der Liegenschaftsverwaltung bzw. dem Gebäudebesitzer suchen. Feuchtigkeitsschäden und Schimmel sollten sofort schriftlich, am besten per Einschreiben, dem Vermieter gemeldet werden. Stehen bestimmte Baumaterialien oder Konstruktionen im Verdacht, die Raumluft zu belasten, so sollten im Hinblick auf vertiefte Abklärungen Informationen über die verwendeten Bauprodukte und Chemikalien eingeholt werden.

Bei gebäudebezogenen Beschwerden empfiehlt sich ein schrittweises Vorgehen: Zunächst werden einfache Abklärungen durchgeführt und daraus Massnahmen abgeleitet. Erst wenn diese keine gesundheitliche Verbesserung bringen, geht man zu detaillierteren, arbeits- und kostenintensiveren Abklärungen über. Vor übereilten, selbst veranlassten Schadstoffmessungen ist abzuraten. Oft werden dabei Messresultate erzielt, die wenig aussagekräftig sind und nicht zur Lösung des Problems beitragen. Wenn es in einem zweiten Schritt darum geht, vertiefte Abklärungen durchzuführen, sind Spezialisten einzubeziehen. Dabei müssen die Untersuchungen nicht immer aufwändig sein. So können die wahrscheinlichen Ursachen von Feuchtigkeitsschäden und Schimmel oft schon mit Hilfe von einfachen physikalischen Messungen eruiert werden. Für diese Klärung wendet man sich am besten an ein Bauphysik- bzw. Bauingenieurbüro.

Bei Baustoffemissionen können chemisch-analytische Messungen helfen, die Quelle für bestimmte Raumluftbelastungen zu finden. Dies ist vor allem im Hinblick auf Sanierungen und die Klärung der entsprechenden Verantwortlichkeiten und Kostenübernahmen wichtig. Aussagekräftige Messungen erfordern eine vorgängige Besichtigung durch einen erfahrenen Fachmann vor Ort.

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Letzte Änderung 12.12.2016

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