Tabakrauch in Gebäuden

Tabakrauch ist das zugleich verbreitetste und schädlichste Wohngift. Er belastet die Raumluft mit grossen Mengen an Schadstoffen und gesundheitsschädlichem Feinstaub. Häufigeres Lüften reicht hier nicht aus.

Woraus besteht Tabakrauch?

Tabakrauch ist eine Mischung aus mehr als 4000 Einzelsubstanzen. Davon sind mindestens vierzig für den Menschen krebserregend. Beispiele sind Benz(a)pyren, Benzol, Nitrosamine, Dioxine und Polonium 210. Ebenfalls schädlich für die Gesundheit sind unzählige weitere Substanzen im Tabakrauch wie zum Beispiel Kohlenmonoxid (CO), Stickoxide (NOx), Feinstaub, PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe), flüchtige organische Verbindungen (VOC) wie das schleimhautreizende Formaldehyd, sowie die Schwermetalle Kadmium, Nickel und Blei.

Einige Schadstoffe hervorgehoben:

Feinstaub

Der Feinstaub in Innenräumen stammt zu einem massgeblichen Teil aus der Aussenluft und steigt zusätzlich an, wenn in Innenräumen geraucht wird. So können Personen, die sich in Raucherwohnungen oder Raucherräumen aufhalten, dort Feinstaubbelastungen ausgesetzt sein, die die Grenzwerte für die Aussenluft massiv überschreiten. Im längerfristigen Durchschnitt kann die Feinstaubbelastung in Raucherwohnungen zwei- bis dreimal so hoch sein wie jene in Nichtraucherwohnungen.

Formaldehyd

Mit dem Zigarettenrauch entweicht beim Rauchen auch viel Formaldehyd (etwa 1.5 Milligramm Formaldehyd je Zigarette). Zu den relativ geringen Formaldehydkonzentrationen, die aus der Aussenluft stammen und dem Formaldehyd aus verschiedenen Quellen im Innenraum addiert sich in Räumen, in denen geraucht wird, entsprechend viel Formaldehyd aus dem Zigarettenrauch. In einem durchschnittlich grossen Raum steigen beim Rauchen von sechs Zigaretten die Formaldehyd-Konzentrationen innerhalb von 15 Minuten über den Richtwert für Innenräume (Raumgrösse 50 m3, hoher Luftwechsel von 1 pro Stunde, Richtwert: 125 Mikrogramm pro Kubikmeter (μg/m3) oder 0.1 ppm). Bei einem tieferen Luftwechsel werden bereits beim Rauchen einzelner Zigaretten Spitzenkonzentrationen über dem Richtwert erreicht.

Zahlen zu Rauchen und Gesundheit:

Aktiv Rauchen

In der Schweiz sterben jährlich über 8000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Das sind 20 Menschen täglich oder 13-mal mehr Tabaktote als Verkehrstote.

Rauchen führt zu diversen teils schweren Erkrankungen:

  • So kann Rauchen Lungen- und Kehlkopfkrebs, in seltenen Fällen Luftröhrenkrebs verursachen. Lungenkrebs trifft etwa 30 Prozent aller schweren Raucher.
  • Etwa ein Drittel aller Raucher erleiden eine Raucherlunge oder eine chronische Bronchitis, mit wissenschaftlichem Namen COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease). Merkmale dieser Lungenerkrankung sind chronischer Husten, Auswurf und Atemnot bei körperlicher Belastung. Oft gehen die Patienten zu spät zum Arzt.
  • Rauchen kann zu Arteriosklerose (Arterienverkalkung) führen und in der Folge das Herz, das Gehirn, die Nieren und die Arterien (Raucherbeine) schädigen.

Passiv Rauchen

Mehrere hundert Menschen sterben jährlich frühzeitig an den Folgen des Passivrauchens, 50 bis 150 davon an Lungenkrebs. Passivrauchen verdoppelt zudem das Asthmarisiko bei Kindern. Es erhöht das Hirnschlagrisiko um 80 Prozent, sowie das Risiko, an Lungenkrebs und Herzinfarkt zu erkranken. Säuglinge von rauchenden Müttern sterben 3-mal häufiger an plötzlichem Kindstod.

Massnahmen:

  • Gesund Wohnen ist nicht mit Rauchen in Innenräumen vereinbar. Wer raucht, sollte dies draussen und nicht in Wohnräumen tun.
  • Lüftung. Die Schadstoffbelastung hängt von der Anzahl der gerauchten Zigaretten pro Zeiteinheit, der Raumgrösse und der Luftwechselrate ab. Sind Wohnräume einmal mit Tabakrauch belastet, ist eine akzeptable Raumluftqualität nicht leicht wieder herzustellen. Weder Fensterlüftung, noch eine mechanische Lüftungsanlage mit hoch eingestellter Lüftungsrate reichen kurzfristig dazu aus.
  • Ich steige aus: Die Broschüre der Krebsliga Schweiz «Ziel Nichtrauchen. Ein Weg in fünf Etappen, um das Rauchen aufzugeben» hilft beim Ausstieg weiter. Lassen Sie sich vor der Anwendung nikotinhaltiger Ersatzprodukte in der Apotheke oder beim Hausarzt beraten. Sofern Sie eine medizinische Begleitung vorziehen, sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt.
  • Muss ich zum Arzt? Husten ist jenes Symptom, das die meisten Raucher plagt. Findet sich Blut im Auswurf, muss rasch gehandelt werden. Auch wenn sich der Husten ohne aktuelle Erkältung verändert, häufiger wird, stört, wenn sich der Auswurf in Farbe oder Konsistenz ändert, muss der Arzt rasch aufgesucht werden. Diese Anzeichen können auf Krebs deuten, genauso wie etwa unerklärliche Müdigkeit, Gewichtsverlust, Lustlosigkeit und Abgeschlagenheit. Tritt bei körperlicher Betätigung Atemnot auf, sollte diese möglichst rasch bei einem Arzt abgeklärt werden.

Weiterführende Themen

Gesundheitliche Folgen des Passivrauchens

Tabakkonsum schadet nicht nur den Rauchenden, sondern auch den Mitmenschen. Passivrauchen lässt das Risiko von Lungenkrebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Infektionen der Atemwege ansteigen. Kinder sind besonders gefährdet.

Tabak

Rauchen ist das grösste vermeidbare Gesundheitsrisiko in den westlichen Industrienationen. In der Schweiz sterben pro Jahr 9500 Personen an den Folgen des Tabakkonsums. Für die Allgemeinheit entstehen Kosten in Milliardenhöhe.

Letzte Änderung 15.08.2018

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