Drucker und Fotokopiergeräte

Drucker und Fotokopiergeräte können Schadstoffe freisetzen. Beim Einschalten und beim Betrieb werden zum Teil Feinstaub, flüchtige organische Verbindungen und Ozon an die Raumluft abgegeben. Mithilfe einiger effizienter Massnahmen lässt sich die Raumluftbelastung niedrig halten.

Drucker und Fotokopiergeräte belasten die Raumluft mit diversen Schadstoffen in kleinen bis bedeutenden Mengen. Dabei sind das Einschalten der Geräte und das Drucken und Kopieren die für die Freisetzung der Schadstoffe relevanten Vorgänge. Beim Einschalten wird im Gerät deponierter Staub durch die Ventilation aus dem Gerät hinausgeblasen. Beim Betrieb werden durch die erhöhten Temperaturen Substanzen freigesetzt, die aus den Gerätematerialien und dem Papier stammen. Diese können sich zu Partikeln zusammenschliessen. Zudem kommt es beim Druck- und Kopiervorgang zu elektrischen Entladungen, in deren Verlauf aus dem Luftsauerstoff Ozon gebildet wird.

Die wichtigsten freigesetzten Schadstoffe

Auch wenn es möglich ist durch die Gerätewahl und verschiedene Massnahmen die Schadstoffemissionen niedrig zu halten (s. unten), können Geräte grundsätzlich nicht völlig schadstofffrei betrieben werden. Im Folgenden wird auf die wichtigsten Schadstoffkategorien eingegangen.

Flüchtige und schwer flüchtige organische Verbindungen

Beim Betrieb von Druckern und Fotokopiergeräten können flüchtige (VOC) und schwer flüchtige organische Verbindungen (SVOC) unerwünscht freigesetzt werden. Es handelt sich dabei um sehr unterschiedliche chemische Substanzen, die aus der verwendeten Tinte bzw. aus Kunstharzen von Tonern stammen können. Aber auch das Papier und Kunststoffmaterialien des Geräts, vor allem wenn es neu ist, sind Quellen solcher Verbindungen. Diese können zu Feinstaubpartikeln kondensieren (s. unten).

Erhöhte VOC- und SVOC-Belastungen in der Raumluft können bei empfindlichen Personen zu Geruchsbelästigungen und Schleimhautreizungen führen, oft begleitet von Stresssymptomen wie Kopfschmerzen und Konzentrationsschwierigkeiten.

Feinstaub

Wiederholt Gegenstand von Medienberichten ist die Tatsache, dass Laserdrucker und Fotokopiergeräte Feinstaub freisetzen können. Dabei wurde vermutet, dass es sich bei diesen häufig sehr feinen Partikel in der Grösse von Nanometern um Tonerstäube handelt. Da Tonerstäube in der Lunge schlecht abbaubar sind, gaben diese Berichte Anlass zur Sorge. Nachfolgende Untersuchungen konnten aber nur einen kleinen Anteil an Tonerpartikel nachweisen. Vielmehr bestehen die meisten Feinstaubpartikel aus den oben erwähnten kondensierten schwer flüchtigen organischen Verbindungen. Beim Einschalten der Geräte kann zudem Feinstaub frei werden, der ursprünglich aus der Raumluft stammt und durch die Ventilation im Gerät deponiert wurde. Eine weitere wichtige Feinstaubquelle ist das Papier. Die Mechanik des Geräts erzeugt beim Betrieb feinsten Papierstaub, der ebenfalls an die Raumluft abgegeben wird.

Zweifelsohne besteht im Zusammenhang mit den Feinstaubemissionen aus Druckern und Fotokopiergeräten noch Forschungsbedarf. So ist bislang noch unklar, ob und inwiefern die verschiedenen Feinstaubquellen gesundheitlich von Bedeutung sind.

Ozon

Ozonemissionen sind bei neueren Geräten stark reduziert worden. Sie können heute allenfalls noch an Arbeitsplätzen mit älteren Fotokopiergeräten und älteren Laserdruckern ein Problem darstellen. Bei Tintenstrahldruckern hingegen kann kein Ozon entstehen.

Ozon reizt die Atemwege und kann bei empfindlichen Menschen wie Asthmatikern die Beschwerden verschlimmern. In Innenräumen reagiert Ozon zudem mit einer Reihe von organischen Verbindungen an Oberflächen oder in der Raumluft und kann dabei starke Reizstoffe bilden.

Wie erkenne ich Geräte mit niedrigen Schadstoffemissionen?

Wie hoch die Schadstoffemissionen bei einem bestimmten Gerät ausfallen, hängt von einem komplexen Zusammenspiel verschiedener Faktoren wie Gerätetyp, Betriebsbedingungen, dem verwendeten Toner, Papier, von Unterhalt und Reinigung sowie der Raumtemperatur ab. Allgemeine Aussagen sind nur beschränkt möglich. Aufgrund von Klimakammerversuchen kann man zumindest davon ausgehen, dass Laserdrucker tendenziell mehr Feinstaub freisetzen als Tintenstrahldrucker. Darüber hinaus muss man sich auf Labels verlassen, die auf standardisierten Schadstoffmessungen basieren. Dazu gehört der «Blaue Engel», das Label «TCO’99» und das BG-Prüfzeichen «sicher, ergonomisch, emissionsarm» der deutschen Verwaltungs-Berufsgenossenschaft, die Geräte mit tiefen Schadstoffemissionen auszeichnen. Allerdings garantieren solche Labels nur dann tiefe Emissionen, wenn das Gerät korrekt bedient wird und wie vom Hersteller angegeben ausgerüstet ist. Darunter ist zu verstehen, dass insbesondere das empfohlene Papier und der empfohlene Toner verwendet werden.

Allgemeine Empfehlungen aus gesundheitlicher Sicht

Aus gesundheitlicher Sicht ist die Gesamtbelastung der Raumluft durch den Betrieb von Geräten massgeblich. Diese kann sehr stark variieren. Die höchsten Belastungen sind an Arbeitsplätzen zu erwarten, an denen mehrere Geräte kontinuierlich in Betrieb sind. Dem gegenüber müssen zu Hause, wenn ein einzelnes Gerät sporadisch zum Einsatz kommt, keine relevanten Belastungen befürchtet werden. Arbeitgeber sollten die Belastung an Arbeitsplätzen durch vorsorgliche Massnahmen niedrig halten. Zum vorsorglichen Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz hat die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt Suva umfassende Informationen erstellt:  

Empfehlungen des BAG zum Kauf und Betrieb von Druckern und Kopiergeräten im Heimbereich

  • Beim Kauf sollten Geräte bevorzugt werden, deren Schadstoffemissionen nach dem Umweltzeichen RAL UZ-171 („Blauer Engel“) geprüft worden sind. Einige Hersteller prüfen ihre Geräte nach diesem Verfahren, auch wenn die Geräte kein Label des „Blauer Engels“ tragen.
  • Weil Schadstoffemissionen vom Gerät selbst, aber u.a. auch vom verwendeten Toner und Papier abhängen, sollte man das Gerät wie vom Hersteller angegeben bedienen, warten und ausrüsten. Dazu gehört u.a., dass der empfohlene Toner und das empfohlene Papier verwendet werden, mit denen das Gerät geprüft wurde. Nur unter diesen Voraussetzungen ist die geprüfte geringe Emission im Betrieb sichergestellt.
  • Wer den Drucker oder das Kopiergerät z.B. in einem Heimbüro häufig benutzt, kann ähnlich wie an anderen Arbeitsplätzen auch zu Hause von höheren Emissionen betroffen sein. In solchen Fällen ist eine regelmässige Wartung des Geräts besonders wichtig. Schlecht gewartete Geräte können bedeutend höhere Feinstaubemissionen verursachen als gut gewartete desselben Typs. Zudem sollte häufiger gelüftet werden.
  • Bei einem Papierstau sollten zwischen den Walzen stecken gebliebene Papierreste nicht gewaltsam herausgerissen werden. Dadurch kann nicht fixierter Tonerstaub entweichen und mit Haut, Augen und Atemwegen in Kontakt kommen.
  • Mit Ersatztoner und leeren Kartuschen sollte man vorsichtig umgehen. Insbesondere sollten sie ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden. Wie oben erwähnt soll die Bildung von Tonerstaub und der Kontakt von Toner mit Haut, Augen und Atemwegen vermieden werden.

Erste-Hilfe-Massnahmen bei Kontakt mit Toner

  • Bei Hautkontakt sollte man tonerbeschmutzte Hautpartien mit kaltem, nicht mit warmem oder heissem!, Wasser und mit Seife reinigen. Bei höheren Temperaturen wird Toner klebrig. Zur Reinigung keine Lösungsmittel verwenden.
  • Wenn Toner ins Auge gerät, sollte dieses mindestens 10 Minuten lang mit kühlem Wasser gespült werden. Bei starken Reizungen oder im Zweifelsfall empfiehlt es sich, einen Arzt aufzusuchen.
  • Bei Vergiftungsfällen und Vergiftungsverdacht gibt Tox Info Suisse ärztliche Auskunft. Sie erreichen das Tox-Zentrum rund um die Uhr unter der Telefonnummer 145.

Letzte Änderung 29.03.2017

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