Middle-East Respiratory Syndrome Coronavirus (MERS)

„Middle East Respiratory Syndrom Coronavirus" (MERS-CoV) ist ein neues Coronavirus, das eine akute Lungenentzündung verursacht. Es wurde im 2012 bei einem Patienten im Mittleren Osten entdeckt.

Lage

Die WHO hat seit 2012 weltweit insgesamt 1800 bestätigte MERS-CoV Infektionen inklusive 650 Todesfälle erfasst.
Autochthone Fälle (lokal erworbene Fälle) wurden bislang ausschliesslich in den Ländern des Mittleren Ostens gemeldet: Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate, Iran, Jordanien, Kuweit, Libanon, Oman, Katar und Jemen. Importierte Fälle (oder Fälle in Verbindung dazu) wurden in Algerien, Ägypten, China, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Grossbritannien, Italien, Malaysia, den Niederlanden, Österreich, den Philippinen, Südkorea, Thailand, Tunesien und den USA beobachtet.
Die meisten Infektionen wurden auf der Arabischen Halbinsel, insbesondere in Saudi-Arabien (1424 Fälle davon 32 asymptomatisch), festgestellt. Bis heute wurde kein MERS-CoV Fall in die Schweiz importiert.

Risiken und Massnahmen

Reisende in Endemiegebiete laufen wenig Gefahr, sich anzustecken. Konkret geht ein Risikopotenzial jedoch von einem möglichen Kontakt mit Dromedaren und deren Produkten oder mit Erkrankten in medizinischen Institutionen aus.
Grössere Ausbrüche traten bisher hauptsächlich in Institutionen des Gesundheitswesens auf (nosokomiale Übertragung aufgrund mangelhafter Vorbeugung und Infektionskontrolle). Solche Ausbrüche sind vor allem in Saudi-Arabien, aber auch in Südkorea vorgekommen (183 Fälle, wovon 36 Todesfälle, zwischen Juni und Dezember 2015). Bislang gibt es keine Hinweise auf eine anhaltende Übertragung in der Allgemeinbevölkerung.
Die Schweiz verfügt über die erforderlichen Kapazitäten, um MERS-CoV-Infektionen rasch nachzuweisen und wirksame Massnahmen für die Vorbeugung und Infektionskontrolle zu veranlassen.

Empfehlungen für Reisende

Bei einem Aufenthalt in den betroffenen Ländern gilt es indes, den Kontakt zu kranken Personen und Tieren (vor allem Dromedaren) zu vermeiden und auf die Hand- und Lebensmittelhygiene zu achten. Das heisst, Hände mit Wasser und Seife reinigen - vor allem vor und nach dem Berühren von Tieren -, kein ungenügend gekochtes Fleisch verzehren, nur pasteurisierte Milch trinken.
Das BAG rät zudem, allfällige weitere Empfehlungen vor Ort zu befolgen.
Reisende, die Symptome entwickeln, sei es während ihrer Reise oder innerhalb von 14 Tagen nach ihrer Rückkehr aus einem Epidemiegebiet, werden aufgefordert, ärztlichen Rat einzuholen.

Diagnostik

Das nationale Referenzzentrum für MERS-CoV ist das NAVI (Referenzzentrum für Neuauftretende Viruserkrankungen) in Genf. Bitte folgen Sie den Anweisungen auf der Webseite des NAVI (siehe Link unten) und stellen Sie sicher, dass das NAVI vor dem Versand jeglicher MERS-CoV Verdachtsproben telefonisch informiert wird.

Letzte Änderung 10.01.2018

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