Wie viele Antibiotika verbrauchen wir?

Der weltweite Antibiotikaverbrauch in der Humanmedizin ist im letzten Jahrzehnt um 36 Prozent gestiegen. Der Verbrauch ist in einigen Ländern gesunken, aber in anderen Ländern stark angestiegen.

Antibiotika haben die Medizin revolutioniert, denn noch vor 100 Jahren waren in der Schweiz die Tuberkulose und die Lungenentzündungen die zweit-, beziehungsweise viertwichtigste Todesursache. Typhus, Cholera und Pest trugen damals dazu bei, dass jeder dritte Todesfall auf bakterielle Infektionen zurückzuführen war. Dann entdeckte Alexander Fleming das Penizillin, und als es ab 1942 auf den Markt kam, erhöhten sich die Überlebenschancen im Falle einer Lungenentzündung oder Blutvergiftung um 10 bis 90 Prozent.

Antibiotikaverbrauch in den Spitälern

Der Antibiotikaverbrauch in Schweizer Spitälern ist vergleichbar mit dem in Spitälern in Europa. Der Verbrauch ist in den letzten Jahren zwar gestiegen, doch er ist auf die wachsende Anzahl der Spitaleintritte zurückzuführen. Der Pro-Kopf-Verbrauch ist gleich geblieben. Die Zahlen sind in der internationalen Standardeinheit «Defined Daily Dose» pro 1000 Einwohner angegeben.

Vergleich des Antibiotikaverbrauchs 2013-2014 in den Spitälern in der Schweiz und in der EU (höchster und tiefster Verbrauch)

Antibiotikaverbrauch in den Spitälern in den Jahren 2013 und 2014: Der jeweils tiefste und höchste Verbrauch in den Ländern der Europäischen Union verglichen mit dem Verbrauch in der Schweiz, der ungefähr dem durchschnittlichen Verbrauch in den Län-dern der Europäischen Union entspricht. Die Zahlen sind in der internationalen Stan-dardeinheit «Defined Daily Dose» pro 1000 Einwohner angegeben.
Quelle: https://ecdc.europa.eu/en/antimicrobial-consumption/database/rates-country, Joint report 2013 und Swiss Antibiotic Resistance Report 2016

Antibiotikaverbrauch im ambulanten Bereich

In der ambulanten Medizin ist der nationale Durchschnitt des Antibiotikaverbrauchs pro Einwohner in der Schweiz geringer als der Verbrauch in den Ländern der Europäischen Union. Doch zwischen den Kantonen gibt es grosse Unterschiede: Einige Kantone der lateinischen Schweiz weisen einen grösseren Pro-Kopf-Verbrauch auf als gewisse Kantone der Deutschschweiz.

Der weltweite Antibiotikaverbrauch

Der weltweite Antibiotikaverbrauch in der Humanmedizin ist im letzten Jahrzehnt um 36 Prozent gestiegen. Der Verbrauch ist in einigen Ländern gesunken, aber in anderen Ländern steil gewachsen, insbesondere in Südafrika, Brasilien, China, Indien und Russland. Der Anstieg in diesen aufstrebenden Ländern lässt sich mit der raschen Entwicklung der dortigen Gesundheitssysteme erklären und der Tatsache, dass dank steigender Einkommen ein immer grösserer Teil der Bevölkerung Zugang zu entsprechenden Medikamenten erhält.  

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Letzte Änderung 20.07.2018

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