Mir wurden keine Antibiotika verschrieben – wieso?

Gemäss einer in der Schweiz durchgeführten Umfrage wissen 85 Prozent der Bevölkerung in der Deutschschweiz, 72 Prozent in der französischsprachigen Schweiz und 78 Prozent in der italienischsprachigen Schweiz, dass Antibiotika nur gegen Bakterien wirken, aber nicht gegen Viren.  

Antibiotika wirken nur gegen Bakterien

Antibiotika retten jeden Tag Tausende von Menschenleben. Doch ein Antibiotikum ist eine Waffe, die zunehmend abstumpft, je mehr sie gebraucht wird. Aus diesem Grund sollte man vermeiden, diese Medikamente unnötig einzunehmen. Bei viralen Erkältungen beispielsweise ist die Einnahme von Antibiotika nicht nur unnütz, sondern sogar gefährlich. Einerseits wegen den Nebenwirkungen der Medikamente, und andererseits, weil jede Einnahme von Antibiotika auch die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass man dadurch Träger – und potenziell auch Überträger – von antibiotikaresistenten Bakterien wird.

Flyer Antibiotika richtig einsetzen

Mithilfe von diagnostischen Tests und aufgrund ihrer Erfahrung können Ärztinnen und Ärzte virale Infektionen gut von bakteriellen Infektionen unterscheiden. Wenn eine Ärztin keine Antibiotika verschreibt, geht sie davon aus, dass die Entzündung nicht von Bakterienverursacht ist, oder dass der Patient auch ohne Antibiotika wieder gesund wird.   

Erkältungen, Halsschmerzen, viele Hustenerkrankungen, Nasennebenhöhlenentzündungen und die Mehrheit der Ohrenentzündungen (je nachdem, wie weit fortgeschritten sie sind) klingen von selbst wieder ab, weil der Körper in der Lage ist, mit der Zeit die Viren wieder loszuwerden, die diese Krankheiten verursachen. Die besten Mittel sind in jedem Fall Ruhe und ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Um die Unannehmlichkeiten dieser Erkrankungen zu lindern, können Inhalationen, Sprays oder auch gewisse Entzündungshemmer verwendet werden. Die Ärztin oder der Arzt kann auch andere Mittel verschreiben, wenn das Fieber andauert.

Weitere Ansteckungen verhindern

Die Ansteckungszeit, während der sich die Erkrankung auf andere Personen in der Umgebung übertragen kann, hängt stark von der Art der Krankheit ab. Generelle Hygieneprinzipien helfen das Risiko einer Übertragung zu vermindern.

Vorsichtshalber sollte man immer in die Armbeuge niesen oder husten – anstatt in die Hände. Weil wir so viele Dinge damit anfassen, sind unsere Hände eine der wichtigsten Übertragungswege von Infektionskrankheiten. Um die Verbreitung von Erregern zu verhindern, ist es wichtig, Einwegtaschentücher zu verwenden und sich – mit warmem Wasser und Seife – regelmässig und sorgfältig die Hände zu waschen. Wer sich die Hände desinfizieren möchte, kann auch wässrige Alkohollösungen verwenden.   

Wer sich an diese Vorsichtsmassnahmen hält, hilft auch zu vermeiden, dass sich die verletzlichsten Personen unserer Gesellschaft anstecken: Neugeborene und kleine Kinder, alte Leute sowie Personen mit einem geschwächten Immunsystem (Personen, die HIV-positiv sind, sowie nach einer Organtransplantation und bei Personen, die an Krebs erkrankt sind, während oder nach einer Chemotherapie). Wenn man selber krank ist, sollte man darauf verzichten, Personen im Spital zu besuchen.  

Vorsichtsmassnahmen zur Vermeidung der Ansteckung weiterer Personen

Händewaschen

Hände waschen.
Waschen Sie sich mehrmals täglich gründlich die Hände mit Wasser und Seife.

Arm

In die Armbeuge husten oder niesen.
Wenn Sie kein Taschentuch zur Verfügung haben, husten oder niesen Sie bitte in Ihre Armbeuge. Dies ist hygienischer als die Hände vor den Mund zu halten. Sollten Sie doch die Hände benutzen, waschen Sie diese  wenn möglich gleich danach gründlich mit Wasser und Seife.

Taschentuch

In ein Papiertaschentuch husten oder niesen.
Halten Sie sich beim Husten oder Niesen ein Papiertaschentuch vor Mund und Nase.

Vorsichtsmassnahmen beim Kochen

Die Nahrung kann eine Ansteckungsquelle von antibiotikaresistenten Bakterien sein. Das Ansteckungsrisiko kann aber mit einfachen Mitteln verringert werden.

Weiterführende Themen

Strategie Antibiotikaresistenzen Bereich Mensch

So viel wie nötig, so wenig wie möglich – Antibiotika als lebensrettende Medikamente sollen für den Mensch und das Tier langfristig erhalten bleiben.

Hände waschen

Händewaschen spielt eine entscheidende Rolle bei der Hygiene. Die meis-ten Infektionskrankheiten werden nämlich über die Hände übertragen.

Verhaltensregeln in der Öffentlichkeit

Am Anfang der Krankheit kann jemand ansteckend sein, ohne es zu wissen und ohne Grippesymptome zu haben. Deshalb ist Vorsicht im Kontakt mit den anderen geboten.

Pflege zu Hause

Wenn Sie Grippe haben, bleiben Sie zuh Hause. Um die Spitäler nicht zu überlasten, werden nur die schlimmsten schwersten Fälle ins Spital eingewiesen. Bei der Pflege zu Hause müssen Sie und Ihr Umfeld einige Schutzmassnahmen beachten.

Hygiene im Pandemiefall

Orte, wo viele Menschen zusammentreffen, verbrauchte Luft, Mobilität und Handel begünstigen die Übertragung von Viren und Atemwegsinfektionen. Hygienemassnahmen helfen dieses Risiko zu verringern.

Nationale Strategie zur Prävention der Grippe (GRIPS)

Die nationale Strategie zur Prävention der saisonalen Grippe soll die Zahl der schweren Erkrankungen senken, insbesondere bei Personen mit erhöhtem Komplikationsrisiko.

Nationale Strategie zu Impfungen (NSI)

Der Bund hat in Zusammenarbeit mit den Kantonen und weiteren Akteuren eine nationale Strategie zu Impfungen (NSI) erarbeitet, die die Bevölkerung ausreichend gegen die durch Impfungen vermeidbaren Krankheiten schützen soll.

Strategie gegen healthcare-assoziierte Infektionen (Strategie NOSO)

Ziel der nationalen Strategie zur Überwachung, Verhütung und Bekämpfung von healthcare-assoziierten Infektionen (Strategie NOSO) ist es, die Zahl der Spital- und Pflegeheiminfektionen in der Schweiz zu senken.

Letzte Änderung 09.05.2018

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