Suchtberatung und -therapie

Beratung und Therapie richten sich an abhängige Menschen oder solche mit Risikokonsum sowie an Angehörige, die Hilfe suchen. Die Therapie unterstützt die Menschen darin, einen kontrollierten Umgang mit der Sucht zu finden oder ganz auszusteigen.

Massnahmen im Bereich der Behandlung richten sich an Menschen, die abhängig sind und die ihren Konsum reduzieren möchten, sowie an ihre Angehörigen. Eine Therapie oder Behandlung beabsichtigt, die Menschen darin zu unterstützen, die Kontrolle über ihre Sucht wiederzuerlangen oder ihnen gar einen nachhaltigen Ausstieg aus der Sucht zu ermöglichen. Ziel von Therapie und Beratung ist die Verbesserung der Lebensqualität und der körperlichen und psychischen Verfassung der Betroffenen sowie deren soziale und berufliche Integration.

Beratung und Therapie unterstützen die Menschen darin, körperlich und psychisch wieder gesund zu werden. Gleichzeitig finden sie auch Hilfe darin, ihre Lebensqualität zu erhöhen und wieder sozial integriert zu werden.
Ziel ist es, den Zugang zu den Angeboten so auszugestalten, dass alle betroffenen Menschen erreicht werden, unabhängig von Geschlecht, Alter oder soziokulturellem Hintergrund.

Beratung auf Betroffene zugeschnitten

Die Behandlungs- und Beratungsangebote richten sich am Bedarf und an den Bedürfnissen der betroffenen Menschen und ihren individuellen Behandlungszielen aus. Das BAG fördert die Entwicklung geeigneter Behandlungsansätze wie zum Beispiel die Kurzintervention. Diese Form der Intervention unterstützt die Betroffenen durch Motivationsgespräche darin, ihr Risikoverhalten zu reduzieren. In der Praxis handelt es sich hierbei meist um Gespräche kurzer Dauer und in beschränkter Anzahl.

Ein weiteres Beispiel ist die Online-Beratung, die sich in den letzten Jahren bewährt hat. So wird z.B. das Portal „Safe Zone“ vom Bund und verschiedenen Kantonen unterhalten und bietet anonyme und kostenlose Beratung per E-Mail, Chat und Sprechstunde durch spezialisierte Suchtfachleute an.

Der Suchtindex ist die Datenbank mit Suchthilfeangebote in der Schweiz und listet ambulante und stationäre Institutionen nach Kantonen und Spezialisierungen auf.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit im Fokus

Die Beratungs- und Therapieangebote können neben der Hausarztmedizin, psychosozialen, medizinisch-psychiatrischen oder sozialtherapeutischen Leistungen auch Angebote wie die Selbsthilfe, die Nachsorge oder die Freiwilligenhilfe umfassen.
Zudem muss erfolgreiche Suchttherapie bei Bedarf Fachpersonen aus der Sozialhilfe, der Arbeitslosen- und der Invalidenversicherung oder anderen Bereichen wie dem Strafvollzug einbeziehen. Das BAG fördert die Zusammenarbeit dieser unterschiedlichen Berufsgruppen mit gezielten Weiterbildungsangeboten und Fachtagungen.

Qualitätsnorm für die Suchthilfe

Das BAG stellt für die Qualitätsentwicklung im Suchthilfesystem das Qualitätssicherungsinstrument QuaTheDA (Qualität Therapie Drogen Alkohol) zur Verfügung. Damit unterstützt es die Suchthilfeinstitutionen darin, gute Rahmenbedingungen für die Behandlung abhängiger Menschen zu schaffen.

Statistiken zur Suchthilfe

Das BAG betreibt ein einheitliches, gesamtschweizerisches Monitoringsystem, das Daten liefert über die Klientinnen und Klienten der Suchthilfe. Act-Info (für addiction, care and therapy information) gibt jährlich Auskunft über die Nutzung der professionellen Angebote der Suchthilfe.
Wichtige Angaben finden sich auch in der Medizinischen Statistik der Krankenhäuser und in der Statistik der sozialmedizinischen Institutionen (SOMED). Erstere gibt Angaben über alle psychiatrischen Diagnosen mit Substanzkonsum (F1) in den Akutspitälern und den psychiatrischen Kliniken. Somed umfasst unter anderem die Angaben zu den sozialtherapeutischen (stationären) Suchthilfeeinrichtungen.

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Letzte Änderung 01.12.2017

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