Leistungssteigernde Arzneimittel

Bei vielen chemischen Substanzen wird eine leistungssteigernde Wirkung vermutet, wissenschaftlich belegt ist es jedoch nicht. Auch gesicherte Hinweise auf einen systematischen Missbrauch fehlen. Derzeit gilt es deshalb, die Datenlage zu verbessern.  

Vielfältige Mittel zur Leistungssteigerung

Das Streben, die geistigen und körperlichen Fähigkeiten zu steigern (engl. „enhance“) oder zu erhalten, liegt in der Natur des Menschen. Die Tasse Kaffee am Morgen zum Wachwerden, das Glas Wein am Samstagabend um lockerer soziale Kontakte zu knüpfen oder das Gehirntraining, um im Alter geistig fit zu bleiben sind gängige Beispiele und Methoden von Enhancement. Jeder Mensch hat seine eigene Methode, um die Leistung zu „steigern“. Mitunter werden dabei auch Arzneimittel oder illegale Betäubungsmittel eingesetzt. In den letzten Jahren ist in diesbezüglich vor allem das Medikament Ritalin zum Thema geworden.

Neuroenhancement – Doping fürs Gehirn

Beim Neuroenhancement werden Mittel verwendet, die auf das zentrale Nervensystem einwirken. Sie werden eingesetzt, um die geistige Leistungsfähigkeit zu verbessern, das Gefühlsleben zu optimieren oder die Erholungszeit des Gehirns zu vermindern. Dabei kommen sowohl legale Arzneimittel wie auch illegale Drogen zum Einsatz.
Gemäss Suchtmonitoring werden diese Psychostimulanzien insgesamt sehr wenig, aber vor allem in der Altersgruppe der 15 bis 19-Jährigen konsumiert. Ca. 2.5% haben im letzten Jahr eine Psychostimulanz zu sich genommen. Im letzten Monat vor der Befragung waren es 1,3%. Neben Psychostimulanzien, die gewisse geistige Fähigkeiten (z.B. die Konzentrationsfähigkeit) steigern sollen, werden auch Antidepressiva zur Stimmungsaufhellung oder Beruhigungsmittel eingenommen. In der Schweiz haben rund 4% der Erwerbstätigen oder der Personen in Ausbildung schon einmal ohne medizinischen Grund verschreibungspflichtige Arzneimittel zur Stimmungsaufhellung oder zur geistigen Leistungssteigerung eingenommen.

Handlungsbedarf wird regelmässig überprüft

Die derzeit verfügbaren Daten deuten nicht auf eine starke Zunahme des problematischen Konsums von Neuroenhancern hin. Der Bundesrat kommt deshalb in seinem Bericht „Leistungssteigernde Arzneimittel“ von 20141 zum Schluss, dass eine stärkere Reglementierung dieses Bereichs derzeit nicht notwendig ist und die gesetzlichen Grundlagen im Heilmittelgesetz und im Betäubungsmittelgesetz genügen. Der Bundesrat möchte jedoch die Trends bei der Nutzung und Verschreibung von Neuroenhancern weiter verfolgen. Diese Daten werden im Rahmen des Suchtmonitorings Schweiz erhoben und regelmässig veröffentlicht. Zudem hat das Thema der Prävention, Risikoverminderung und Behandlung eines problematischen Konsums von leistungssteigernden Arzneimitteln Eingang gefunden in die Nationale Strategie Sucht. Den Bundesratsbericht finden Sie auf dieser Seite im Register „Dokumente“.

Körperliche Leistungssteigerung (Doping) im Visier

Im medialen Zeitalter gewinnt der Körperkult bei Jugendlichen teilweise eine immer grössere Bedeutung. Sogenannte Anabolika, insbesondere synthetische Steroidhormone, sorgen für einen anabolen, d.h. körperaufbauenden Stoffwechsel und begünstigen dadurch den Muskelaufbau. Sie werden sowohl als Arzneimittel in der Humanmedizin als auch als unerlaubte Substanzen zur Leistungssteigerung im Sport- oder Fitnessbereich verwendet.
Im Jahre 2013 wurden von den Zollbehörden 400 Sendungen mit begründetem Verdacht auf teilweise illegale Dopingmittel gemeldet. In der Folge wurden 300 verwaltungsrechtliche Verfügungen für den Einzug und die Vernichtung durch Anti-Doping- Schweiz erlassen. Ein Jahr später wurden von 500 Sendungen 325 Dopingmittel eingezogen.

1. Bundesratsbericht in Erfüllung der Postulate Fehr Jacqueline (809.3665) vom 12.06.2009, Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit NR (13.3012) vom 15.02.2013 und Ingold (13.3157) vom 20.03.2013

Gesetze

Gesetzgebung Betäubungsmittel

Das Betäubungsmittelgesetz (BetmG) regelt den Umgang mit Betäubungsmitteln und psychotropen Stoffen sowie die Aufgabenteilung der zuständigen nationalen und kantonalen Behörden.

Gesetzgebung Arzneimittel und Medizinprodukte

Das Heilmittelrecht besteht aus dem Bundesgesetz über Arzneimittel und Medizinprodukte (HMG) sowie den zugehörigen Verordnungen. Es wird regelmässig an den aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik angepasst.


Letzte Änderung 08.12.2017

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