Alkohol und Gewalt

Der Alkoholmissbrauch ist ein wichtiger Faktor bei häuslicher Gewalt, bei Straftaten im öffentlichen Raum sowie der Belästigung oder Übergriffen durch alkoholisierte Dritte. Ziel des BAG ist es die negativen sozialen Folgen des Missbrauches zu senken.  

Alkohol und Gewalt im öffentlichen Raum

Körperverletzung, Vandalismus, Lärmbelästigung: Gewalt im öffentlichen Raum ist immer wieder Thema in der öffentlichen Debatte. Wie gross ist der Einfluss von Alkohol bei diesen Vorkommnissen?

Bei rund der Hälfte aller untersuchten Gewaltdelikte im öffentlichen Raum ist Alkohol im Spiel. Der höchste Anteil an alkoholisierten Tätern oder Täterinnen zeigt sich bei der Ruhestörung, gefolgt von Streitigkeiten, Körperverletzung und Tätlichkeiten. Auch Sachbeschädigungen bzw. Vandalismus fallen ins Gewicht. Bei den Deliktkategorien Raub und Drohung/Erpressung liegt der Anteil alkoholassoziierter Vorfälle bei über einem Drittel. Die Gewalthandlungen finden vor allem am Wochenende im Kontext des Nachtlebens statt und werden mehrheitlich von Männern in den Altersgruppen der 19 bis 24-Jährigen, und den 25 bis 34-Jährigen verübt.

Durch eine Verringerung des problematischen Alkoholkonsums könnte die Gewalt im öffentlichen Raum gesenkt und ein positiver Effekt für die öffentliche Sicherheit erzielt werden. Dafür ist eine enge Zusammenarbeit der Präventionsakteure mit der Polizei wünschenswert. Diverse Projekte mit verschiedenen Partnern zielen darauf ab, alkoholassoziierte Gewalthandlungen im öffentlichen Raum zu reduzieren.

Alkohol und häusliche Gewalt

Der Konsum von Alkohol erhöht nachweislich das Risiko, als Opfer oder Täter mit Gewalt in Berührung zu kommen. Diese Dualproblematik von Gewalt und Alkohol zeigt sich auch im privaten Bereich. So haben Männer, die eine Gewaltberatungsstelle aufsuchen oder an einem Lernprogramm gegen häusliche Gewalt teilnehmen, häufig neben dem Gewalt- auch ein Alkoholproblem. Ungefähr die Hälfte der von Gewalt betroffenen Frauen berichten von einem problematischen Alkoholkonsum in der Beziehung, wobei es mehrheitlich der Mann ist, der trinkt. Auf jedes vierte Paar, unabhängig der sozialen Schicht oder des Alters, trifft die Aussage zu, dass das Gewaltverhalten mit dem Konsum von Alkohol gleichzeitig vorkommt.

Dementsprechend ist es zentral, dass Beratungs- und Behandlungsangebote im Bereich Alkohol auch das Thema Gewalt beinhalten und umgekehrt.

Schäden durch alkoholisierte Dritte

Problematisches und abhängiges Trinkverhalten ist mit einer Fülle physischer und psychischer Gesundheitsschäden verbunden. Diese machen bei den übermässig Alkohol Konsumierenden nicht Halt sondern betreffen auch Drittpersonen.

Knapp die Hälfte der Schweizer Bevölkerung fühlt sich im öffentlichen Raum durch alkoholisierte Fremde belästigt oder hat Angst vor ihnen. Besonders häufig davon betroffen sind Jugendliche und junge Erwachsene.
Ein kleiner Teil der Bevölkerung gibt an, Opfer von körperlichen Aggressionen durch alkoholisierte Personen geworden zu sein, wobei die Täter grossmehrheitlich Männer und den Opfern nicht bekannt waren.

Im privaten Umfeld gibt ein Fünftel der Personen an, Opfer durch Taten von ihnen bekannten, alkoholisierten Personen geworden zu sein. Auch Kinder sind von den negativen Auswirkungen durch alkoholisierte Personen betroffen.

Der Kausalschluss von Alkohol auf Gewalt ist nicht zulässig. Ausser Frage steht aber, dass Alkoholmissbrauch Verhaltensweisen fördert, die zu Schädigung Dritter führen können. Dieses Risiko gilt es einzudämmen.

Weiterführende Themen

Alkoholpräventionsgesuche

Der Bund kann Alkoholpräventionsprojekte aufgrund Art.43a AlkG unterstützen. Eine zentrale Stelle sichert die Kohärenz. Das Bundesamt für Gesundheit prüft die eingereichten Gesuche auf Relevanz und den zu erwartenden Präventionseffekt.

Letzte Änderung 08.06.2017

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