Chronische Atemwegserkrankungen

Chronische Erkrankungen der Atemwege wie Asthma oder COPD (Englisch: chronic obstructive pulmonary disease) kommen in der Schweiz relativ häufig vor. Im Rahmen der NCD-Strategie legt das BAG auch auf diese Krankheiten einen Fokus.

Asthma

Asthma bronchiale (meist wird nur die Kurzform Asthma verwendet) ist eine chronische entzündliche Erkrankung der Atemwege, bei der Betroffene anfallweise Atemnot infolge einer Verengung der Atemwege verspüren. Typischerweise sind die Bronchien von dieser Verengung betroffen. Durch den Entzündungsprozess wird eine Zunahme der Empfindlichkeit der Atemwege (bronchiale Hyperreaktivität) auf unterschiedliche externe Reize ermöglicht. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen allergisch bedingtem (extrinsic asthma) und nicht allergisch bedingtem Asthma (intrinsic asthma), wobei Ersteres weitaus häufiger ist.

Bei allen Asthmatikerinnen und Asthmatikern kommen drei Umstände zusammen, welche charakteristisch für Asthma bronchiale sind:

  • Ein zentraler Bestandteil der Erkrankung bildet die entzündliche Reaktion der Bronchialschleimhaut auf externe Reize (z.B. Allergene oder Infekte). Durch Entzündungsmediatoren vermittelt, werden weisse Blutkörperchen in die Schleimhaut angelockt und durch diesen Prozess nimmt der Flüssigkeitsgehalt der Schleimhaut zu (Ödem).
  • Praktisch alle Asthmatiker weisen eine Zunahme der Empfindlichkeit der Atemwege auf (bronchiale Hyperreaktivität)
  • In den Bronchien kommt es zunehmend zu einer Verdickung der Schleimhaut und zur Absonderung (Sekretion) eines zähen Schleims. Die Muskeln, die um die Bronchien herum verlaufen, verkrampfen sich. Sie drücken die Bronchien zusammen und verengen die Atemwege zusätzlich (Bronchoobstruktion).

Eine Allergie ist eine krankmachende Unverträglichkeit auf normalerweise harmlose Bestandteile in unserer Umgebung. Dabei kommt es zu einer Überreaktion des Immunsystems. Zu den wichtigsten allergieauslösenden Stoffen (sogenannte Allergene) bei Asthma zählen der Kot von Hausstaubmilben, Tierhaare (allen voran Katzenhaare), Pollen und Schimmelpilzsporen. Ein Kontakt mit einem Allergen führt bei entsprechend veranlagten Personen zu einer Reaktion der Atemwege.

Zu den Formen von nichtallergischem Asthma zählt u.a. auch das sogenannte irritative Asthma. Dieses liegt vor, wenn chemische oder physikalische Reize als Auslöser für einen Anfall fungieren. Zu den physikalischen Auslösern zählt bspw. kalte Luft. Typische chemische Auslöser sind Zigarettenrauch, Strassenstaub, Auspuffgase und Ozon.

COPD

COPD ist eine chronisch langsam voranschreitende Lungenkrankheit, verbunden mit einer Verengung der Atemwege (Atemwegsobstruktion), auf der Grundlage einer chronischen Bronchitis und/oder eines Lungenemphysems (irreversible Erweiterung der Lungenbläschen). Medikamentöse Interventionen können die Atemwegsobstruktion nicht vollständig rückgängig machen. Als Folge ist das Atmen eingeschränkt.
In der Schweiz leiden ca. 400‘000 Menschen an COPD. In der Todesursachenstatistik belegt COPD Platz 4 in den Industrieländern. Jeder zweite Raucher im Alter über 40 Jahre weist eine chronische Bronchitis auf.

Die unzureichende Versorgung mit Sauerstoff hat Auswirkungen auf den gesamten Körper: Herz-Kreislauf und Muskulatur werden beeinträchtigt und sind nicht voll leistungsfähig. Bei einem hohen Schweregrad der Erkrankung können sogar Organe geschädigt werden. Daher ist es enorm wichtig, dass Betroffene die frühzeitigen Symptome beachten: Auswurf, Husten, Atemnot.

Zu den möglichen Folgen von COPD gehören:

  • Herzinsuffizienz
  • Diverse weitere Herzkrankheiten
  • Lungenversagen
  • Isolation und Depression aufgrund der stark verminderten Leistungsfähigkeit

Ursache für eine Erkrankung an COPD ist fast immer das Einatmen von Schadstoffen über längere Zeit. Nebst Raucherinnen und Rauchern sind häufig auch Maler, Schreiner oder Bauern betroffen.

Risiko- und Schutzfaktoren von Asthma und COPD

Asthma

Asthma gilt als unheilbar, aber gut behandelbar. Deshalb können Betroffene meist gut mit der Erkrankung umgehen.

Als Risikofaktor für Asthma gilt eine genetische Veranlagung. Die Auswirkungen einer Asthmaerkrankung können aber durch Reduktion einer Schadstoff- oder Allergenexposition vermindert werden, bspw. indem man auf das Rauchen verzichtet oder sich nicht dem Zigarettenrauch aussetzt.

COPD

COPD ist nicht heilbar. Die Behandlung von COPD ist langwierig aber zwingend, will man das Fortschreiten der Erkrankung und deren Auswirkungen lindern. Die Vermeidung von Schadstoffen in der Luft ist die einzige Möglichkeit, die weitere Zerstörung der Lunge zu bremsen. Als unabdingbar gilt deshalb der Rauchstopp, denn 90 % der Betroffenen sind Raucher oder ehemalige Raucher.

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Letzte Änderung 07.12.2017

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