Früherkennung und Frühintervention bei Jugendlichen

Krisen und auffälliges Verhalten sind normale Phänomene der Jugendphase. Ist die gesundheitliche oder psychische Entwicklung gefährdet, hat Früherkennung und Frühintervention (F+F) zum Ziel, dies möglichst früh zu erkennen und die Betroffenen in einer gesunden Entwicklung zu fördern.

F+F hat zum Ziel, ungünstige Entwicklungen und Rahmenbedingungen von Jugendlichen frühzeitig wahrzunehmen, passende Hilfestellungen zu finden und die Betroffenen in ihrer gesunden Entwicklung und gesellschaftlichen Integration zu unterstützen. Das BAG hat folgende Schwerpunkte:

  • Weiterentwicklung: Aus- und Weiterbildung von Fachpersonen, die eng mit den Jugendlichen zusammenarbeiten (z.B. Schulsozialarbeit, Jugendarbeit). Sie sollen befähigt werden, risikohaftes Verhalten zu erkennen und entsprechend zu reagieren.
  • Vernetzung: Das BAG unterstützt die Fachverbände darin, Plattformen zur Vernetzung der Akteure in verschiedenen Settings zu organisieren. Verbreitung und Verankerung des Konzepts auf der Ebene der Entscheidungsträger.
  • Grundlagenarbeit: Erarbeiten und Verbreiten von Grundlagen und Instrumenten gemeinsam mit den Akteuren. Dabei liegt der Fokus auf neuen Phänomenen wie exzessive Internetnutzung oder (Online)Spielsucht.

Kinder

Früherkennung und Frühintervention hat auch den Anspruch, ungünstige gesellschaftliche und strukturelle Bedingungen zu erkennen und zu benennen und sich entsprechend für gesundheitsförderliche Rahmenbedingungen einzusetzen. Davon profitieren in altersgemischten Settings wie beispielsweise Schulen und Gemeinden vor allem auch die Kinder.

Über das soziale Umfeld der Kinder (z.B. Kita, Schule oder Kinderarzt) können zudem auch Schwierigkeiten im familiären Umfeld erkannt und betroffenen Eltern entsprechende Unterstützung angeboten werden.

Jugendliche

Jugendliche bewegen sich in unterschiedlichen Lebenswelten. Deswegen kommt dem Aspekt der Netzwerkarbeit bei F+F eine hohe Bedeutung zu. Lokale Sucht- und Präventionsfachstellen werden darin unterstützt, Abläufe, Strukturen und Gefässe zur Erkennung und Definition der geeigneten Intervention aufzubauen. Dabei gilt immer der Vorsatz der Verhältnismässigkeit, eine Stigmatisierung der Betroffenen ist zu verhindern.
Früherkennung und Frühintervention kann innerhalb eines spezifischen Settings wie Schule, Gemeinde, Freizeitbereich (z.B. Jugendtreff, Vereine) oder Nachtleben (Clubs, Bars) umgesetzt werden und ist bestenfalls in einem breiteren Netzwerk koordiniert.

Letzte Änderung 19.10.2017

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