Alkohol im Alter

Ältere Menschen reagieren stärker auf Alkohol; sie sollten vorsichtig damit umgehen. Zudem treten im Alter häufiger Krankheiten auf, die Alkohol negativ beeinflusst. Möglich sind auch unerwünschte Wechselwirkungen mit Medikamenten.

Risikofaktor Alkohol

In der Schweiz werden die Menschen immer älter. Damit einher geht auch die Zunahme von im Alter gehäuft vorkommenden Krankheiten wie zum Beispiel Krebs, Diabetes, Bluthochdruck oder Depressionen. Studien zeigen, dass ein hoher Alkoholkonsum einen Risikofaktor in Bezug auf diese Krankheiten darstellt. Im Alter sinkt ferner der Wasseranteil des Körpers, so dass der Alkohol stärker wirkt. Die Gefahr ist zudem gross, dass der Alkohol die Wirkung von Medikamenten verändert oder gefährliche Wechselwirkungen auslöst. Weitere negative Gesundheitsfolgen übermässigen Alkoholkonsums sind neuropsychiatrische Komplikationen, Verwirrtheitszustände, Stürze oder Mangelernährung. Und nicht zuletzt verschlechtern sich die sozialen Beziehungen, Menschen vereinsamen und ziehen sich vermehrt zurück.

Die Resultate aus dem Suchtmonitoring Schweiz (2015) zeigen, dass etwa 7,3 % der Männer und Frauen im Alter von 65 bis 74 Jahren einen chronisch-risikoreichen Alkoholkonsum aufweisen. Chronisch-risikoreicher Konsum bedeutet, dass ein Mann im Durchschnitt mehr als 40 Gramm reinen Alkohol pro Tag konsumiert. Bei den Frauen spricht man von durchschnittlich über 20 Gramm pro Tag. Dies entspricht ungefähr vier respektive zwei Gläsern Wein.

Prävention nichtübertragbarer Krankheiten

Bereits das Nationale Programm Alkohol legte bis 2016 einen Fokus auf die Sensibilisierung von Betroffenen, Angehörigen und Regelversorgern. Ein wichtiges Instrument ist hier die Website www.alterundsucht.ch, welche sich an die oben genannten Zielgruppen richtet und neben Alkohol zukünftig weitere Suchtthemen behandeln wird. Konkrete Projekte der Früherkennung und Frühintervention richten sich schliesslich an die Spitex-Organisationen oder Pflegeeinrichtungen. Dabei gilt es, Wissen zu Suchtfragen im Alter und erfolgreiche Projekte aus den Kantonen und Gemeinden allen interessierten Kreisen zugänglich zu machen.

In den nationalen Strategien Sucht und Prävention nichtübertragbarer Krankheiten werden diese Bemühungen nun fortgesetzt. Zudem sollen die Massnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention verstärkt werden. Diese sind meistens nicht suchtspezifisch, sondern fördern allgemein die Gesundheitskompetenz der älteren Menschen und unterstützen sie im Rahmen von Früherkennung und Frühintervention in kritischen Lebensphasen.

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Letzte Änderung 07.08.2018

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