Forschung Nanomaterialien

Die Entwicklung innovativer Produkte und der Schutz von Gesundheit und Umwelt vor möglichen Gefahren der Nanotechnologie benötigen wissenschaftliche und methodische Grundlagen. Der Bund unterstützt hierzu gezielt Forschung und Entwicklung. 

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Schweiz

Die Nanotechnologie hat für den Forschungsstandort Schweiz einen hohen Stellenwert. Es existieren zahlreiche Förderprogramme sowohl für die Grundlagen - als auch für die angewandte Forschung.

Die Forschung im Bereich der Nanotechnologie und der Nanomaterialien wird zurzeit durch den Schweizerischen Nationalfonds mit einem Nationalen Forschungsschwerpunkt (NFS) gefördert. Auch wurden zu diesem Thema zwei nationalen Forschungsprogramm (NFP) durchgeführt.

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Der Nationale Forschungsschwerpunkt «Nanowissenschaften» hat zum Ziel, Impulse für «Lebenswissenschaften, Nachhaltigkeit und neue Informations- und Kommunikationstechnologien» zu schaffen und war Ausgangspunkt für die Gründung des Swiss Nanoscience Institute (SNI) an der Universität Basel.  

SNI - Swiss Nanoscience Institute
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Intelligente Materialien – Nationales Forschungsprogramm NFP 62

Das Innovationspotenzial intelligenter Materialien ist enorm. Im Beherrschen solcher neuer Materialien dürfte für die schweizerische Industrie künftig ein Vorteil liegen, insbesondere für Uhrenindustrie, Maschinenbau, Medizintechnik, Pharmazeutik, Energie und Bauwesen. Als Kooperationsprogramm zwischen dem Schweizerischen Nationalfonds (SNF) und der Förderagentur für Innovation (KTI) zielt das Nationale Forschungsprogramm «Intelligente Materialien» (NFP 62) darauf ab, die Entwicklung neuer intelligenter Materialien zu fördern und vielversprechende Arbeiten in F&E-Projekte der KTI zu überführen. Das NFP 62 wurde im Frühjahr 2015 abgeschlossen.

Intelligente Materialien – Nationales Forschungsprogramm NFP 62
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Chancen und Risiken von Nanomaterialien – Nationales Forschungsprogramm NFP 64

Das Nationale Forschungsprogramm "Chancen und Risiken von Nanomaterialien" (NFP 64) identifiziert und fördert Bereiche mit Forschungsbedarf, um die wichtigsten Chancen und mögliche Risiken von Produkten auf der Basis künstlicher Nanopartikel besser verstehen zu lernen.
Die im Rahmen dieses Programms durchgeführte Forschung liefert wissenschaftliche Grundlagen für die Formulierung von Empfehlungen und geeigneten Massnahmen bei Herstellung, Gebrauch und Entsorgung von künstlichen Nanopartikeln. Dadurch kann die Gesellschaft von den wissenschaftlichen Fortschritten im Bereich künstliche Nanomaterialien und ihren Anwendungen profitieren. Gleichzeitig sollen Konsumenten und Umwelt geschützt werden. Das NFP 64 wurde im Dezember 2010 gestartet und 2017 abgeschlossen.

Chancen und Risiken von Nanomaterialien – Nationales Forschungsprogramm NFP 64
KTI-logo

Die Kommission für Technologie und Innovation KTI und die Umwelttechnologieförderung des Bundesamts für Umwelt BAFU fördern die anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung sowie die Promotion des Unternehmertums. Die KTI fördert anwendungsorientierte Vorhaben aus sämtlichen forschungsbasierten Innovationsthemen. Die Projektförderung ist in verschiedene Themengebiete aufgeteilt, darunter auch in den Bereich Mikro– / Nanotechnologien.  

Kommission für Technologie und Innovation KTI

Auch ausserhalb der nationalen Forschungsschwerpunkte und -programme wird in der Schweiz an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH), an Universitäten und an Fachhochschulen intensiv zu den Grundlagen und Anwendung der Nanowissenschaften und Nanomaterialien geforscht.

International

Weltweit werden die Möglichkeiten der Nanotechnologie und der Nanomaterialien erforscht. Dabei geht es auch um mögliche Risiken für Mensch und Umwelt sowie um ethische, ökonomische, regulatorische und soziale Fragen. Die folgende Übersicht listet einige wichtige Forschungsprogramme der EU auf, an denen Forschende aus der Schweiz teilnehmen.

RP7

Im 6. Rahmenprogramm (RP6) wurden zwischen 2002 und 2006 ungefähr 400 Projekte im Bereich der Nanotechnologie und der Nanomaterialien gefördert. Im nachfolgenden 7. Rahmenprogramm (RP7) werden zurzeit ungefähr 700 Forschungsprojekte bearbeitet. Darunter sind Projekte, welche toxische Wirkungen untersuchen und solche, welche Anwendungen und Prozesse betrachten, die zu einer Belastung von Mensch und Umwelt führen können. Bei anderen Projekten geht es um die Entwicklung von Teststrategien zur Prüfung der Eigenschaften von Nanomaterialien und um die Erarbeitung von Risikobeurteilungsmethoden.

Die Bundesstellen BAFU, BAG und SECO beteiligen sich an einzelnen Projekten aus dem EU-Forschungsrahmenprogramm ERA-NET SIINN (Safe Implementation of Innovative Nanoscience and Nanotechnology). In diesem Rahmen beteiligt sich das BAFU am Projekt „Fate of Engineered Nanoparticles“ NanoHETER der ETH Zürich, welches die Wechselwirkungen von synthetischen Nanopartikeln mit natürlichen Feststoffen in Oberflächengewässern modelliert. Ein weiteres SIINN-Projekt „Assessment of individual exposure to engineered nanomaterials by means of personal monitors and samplers (nanoIndEx)” wird vom BAG und SECO mitfinanziert. Das Projekt untersucht die persönliche Belastung durch synthetische Nanopartikel im beruflichen Umfeld mit Hilfe tragbarer Messgeräte. Forschungspartnerin ist die Fachhochschule Nordwestschweiz. Die SIINN Projekte wurden 2016 abgeschlossen.

Projekt SIINN NANOHETER (Heteroaggregation of Manufactured Nanoparticles with Naturally Occurring Colloids in Surface Waters)

Im EU-Forschungsprojekt NANoREG (Regulatory testing of nanomaterials) werden Forschungsfragen angegangen, die für die Regulierung relevant sind. BAFU, BAG und SECO beteiligen sich in Zusammenarbeit mit schweizerischen Forschungspartnern am EU-Projekt. Die Forschungspartner sind bei der Entwicklung von Modellen zur Expositionsabschätzung am Arbeitsplatz (IST, Lausanne), bei der Erarbeitung von Methoden zur Charakterisierung von Nanomaterialien (EPFL) und bei der Entwicklung von High Throughput Screening Methoden (EMPA) mitbeteiligt. Das NANoREG-Projekt wurde 2017 abgeschlossen.

Projekt NANoREG (Regulatory testing of nanomaterials)
horizon2020

Als Fortsetzung der im Rahmen von NANoREG mitfinanzierten Projekte beteiligt sich die Schweiz am Horizon 2020 Projekt PROSAFE, welches bis 2017 läuft und eine „Safe-by-Design“-Methodik für Nanomaterialien entwickelt.

Projekt PROSAFE (Promoting the Implementation of Safe by Design)

Letzte Änderung 07.06.2017

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