Was ist Human Biomonitoring?

Tagtäglich sind wir unterschiedlichsten Chemikalien ausgesetzt. Human Biomonitoring ist ein Monitoringtool, das uns erlaubt, diese Substanzen in biologischen Proben wie Blut, Urin oder Haaren zu messen.

Reinigungsmittel, Farben, Kosmetika, Lebensmittel, Möbel, Plastikwaren - dies sind alles Produkte, welche aus Chemikalien hergestellt sind oder solche enthalten. Beim Gebrauch solcher Produkte können die Chemikalien via Lunge, Magen-Darmtrakt oder über die Haut in unseren Körper gelangen. Abhängig von der Stoffeigenschaft und deren Konzentration können negative Auswirkungen u.a. auf Nerven-, Immun-, und Hormonsystem auftreten, die Fruchtbarkeit beeinflusst oder die Entwicklung des Fötus beeinträchtigt werden.

Das Human Biomonitoring umfasst die Konzentrationsmessung von chemischen Substanzen und deren Stoffwechselprodukten in Körperflüssigkeiten und Körpergeweben wie beispielsweise im Urin, in Haaren, in Muttermilch und im Blut. Mit einem HBM kann die direkte Körperbelastung, welche durch die Gesamtexposition eines Stoffes zustande kommt, erfasst werden. Alle Belastungsquellen (Nahrung, Luft, Wasser und Boden), alle Aufnahmepfade (inhalativ, oral und dermal) wie auch sämtliche individuellen Einflussfaktoren (Ernährung, eigener Stoffwechsel und usw.) werden miteinbezogen.

Aufgrund der Resultate von HBM Studien kann abgeschätzt werden, ob und in welchem Ausmass eine bestimmte  Bevölkerungsgruppe zu einem bestimmten Zeitpunkt gegenüber dem untersuchten Stoff belastet ist. Die Kenntnis über eine mögliche Schadstoffbelastung der Bevölkerung ist eine wichtige Voraussetzung, um in Verbindung mit toxikologischen Erkenntnissen Aussagen darüber zu machen, ob das Ausmass der Exposition der Bevölkerung oder einzelner Bevölkerungsgruppen (wie z.B. Kinder) gesundheitlich akzeptabel scheint oder ob Massnahmen zu ergreifen sind.

Ursprung und Anwendungsgebiete von Human Biomonitoring

HBM wurde ursprünglich in der Arbeitsmedizin zum Gesundheitsschutz von Arbeitern eingeführt und in den 1970er Jahren erstmals umfangreich in der breiten Bevölkerung zur Bestimmung der Bleibelastung eingesetzt. Beispielsweise zeigte die Messung der Bleikonzentration im Blut, dass sich die Belastung nach der Einführung des Bleifreibenzins rapide reduziert hat und gleichzeitig das damit verbundene gesundheitliche Risiko gesunken ist.

Einige Länder haben danach HBM Programme initiiert; z.B. Deutschland, Belgien, die Tschechische Republik, die USA und Canada. Ein wesentlicher Nutzen von Human-Biomonitoring Studien ist, dass es ermöglicht wird, den Erfolg umweltpolitischer Massnahmen zu überprüfen.

Weiterführende Themen

Human Biomonitoring Projekte in der Schweiz

In der Schweiz beginnt jetzt eine Pilot Studie, um die Machbarkeit eines nationalen longitudinalen Human Biomonitoring Projektes (HBM, Kohorte Studie) zu evaluieren.

Letzte Änderung 13.12.2016

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