Zurück in den Alltag nach einer Transplantation

Nach einer Transplantation müssen sich die Betroffenen wieder im normalen Leben zurechtzufinden und ihr Verhalten an die neuen Umstände anpassen. Besonders wichtig ist es, regelmässig die Medikamente einzunehmen und Kontrolluntersuchungen zu besuchen.

Patientinnen und Patienten verbringen nach einer Transplantation durchschnittlich zwei bis vier Wochen im Spital. Dank engmaschiger Kontrollen ist es hier möglich, die Dosis der Medikamente (Immunsuppressiva) zu optimieren, Abstossungsreaktionen und Infektionen frühzeitig zu erkennen und die Funktion des transplantierten Organs zu überwachen.

Zurück zu Alltag und Berufsleben

Nach dem Spitalaufenthalt bauen sich die Betroffenen in den Monaten nach der Transplantation nach und nach ein neues Alltagsleben auf. Die Häufigkeit der Kontrollen nimmt in der Regel mit der Zeit ab, wie auch die Anzahl und Dosis der Medikamente. Dadurch entsteht Raum für andere Bereiche des Lebens, wie z.B. für den Wiedereinstieg in den Beruf.

Zur Unterstützung der Wiedereingliederung in den Alltag vermitteln die Zentren eine Betreuungsperson. Eingebunden in die Nachsorge werden zudem die Hausärztin oder der Hausarzt.

Regelmässig Einnahme der Medikamente

Personen mit einem Spenderorgan sind ihr Leben lang auf Medikamente angewiesen. So genannte Immunsuppressiva verhindern, dass das transplantierte Organ abgestossen wird. Es ist entscheidend, dass die Medikamente regelmässig und entsprechend den ärztlichen Anweisungen eingenommen werden. Das setzt ein hohes Mass an Disziplin voraus. Wer die Medikamente vergisst oder falsch dosiert, geht ein grosses Risiko ein.
Da Immunsuppressiva die Anfälligkeit für Infektionen erhöhen, ist eine gute Hygiene sehr wichtig. Das gilt ganz besonders im ersten Halbjahr nach dem Eingriff. Die Medikamente können auch Tumore begünstigen oder zu Diabetes oder zu hohem Blutdruck führen. Um diese und weitere mögliche Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen, ist eine gute medizinische Nachsorge notwendig.

Anpassungen im neuen Leben

Zusätzlich zu den Medikamenten und den lebenslangen Vorsichtsmassnahmen und Kontrollen sind nach einer Transplantation weitere Anpassungen im alltäglichen Leben notwendig. Zentrale Aspekte dabei sind:

  • Ernährung: Es empfiehlt sich eine gesunde und ausgewogene Ernährung. So wird der Körper fit gehalten und Übergewicht vermieden. Eine spezielle Diät ist nicht notwendig, allerdings können gewisse Lebensmittel, wie zum Beispiel Grapefruits, die Wirkung einiger Medikamente ungünstig beeinflussen.
  • Beruf: Ob und wann eine Patientin oder ein Patient wieder in den Beruf einsteigen kann, hängt vom Gesundungsverlauf genauso ab wie von der Art des Berufs.
  • Sexualität und Kinderwunsch: Medizinisch spricht nach einer Transplantation grundsätzlich nichts gegen die Wiederaufnahme eines normalen Sexuallebens. Auf eigene Kinder müssen Menschen nach einer Transplantation nicht unbedingt verzichten. Frauen sollten die Risiken einer Schwangerschaft jedoch mit einer Fachperson besprechen.
  • Sport: Moderater Sport ist sehr zu empfehlen. Bewegung und Muskeltraining fördern die Gesundheit.
  • Reisen und Freizeit: Ausflüge und Urlaub sind möglich, bedürfen aber sorgfältiger Planung und Vorbereitung. Geeignet sind klimatisch milde Regionen mit guter medizinischer Versorgung. Die benötigten Medikamente müssen mitgenommen werden, weil sie nicht überall sofort verfügbar sind. Wichtig ist neben einer guten Hygiene auch ein sehr guter Sonnenschutz.
  • Tiere und andere Infektionsquellen: Weil in den ersten Monaten nach einer Transplantation die Infektionsgefahr sehr hoch ist, sollte der Kontakt zu Haustieren vermieden werden. Ob man später ein Haustier halten kann, sollte mit der Ärztin oder dem Arzt besprochen werden. Tiere sollten auf alle Fälle regelmässig geimpft werden und nach einem Kontakte sollte man die Hände waschen. Auch Erde ist eine Infektionsquelle, daher sollte man sich bei Gartenarbeit immer mit Handschuhen schützen. In Menschenansammlungen sollte man zumindest in der ersten Zeit nach der Transplantation einen Mundschutz tragen.

Weiterführende Themen

Vor einer Transplantation

Patientinnen und Patienten, die ein Organ benötigen, müssen über Risiken und Erfolgsaussichten informiert werden. Nach umfangreichen medizinischen Abklärungen werden sie in eine Warteliste eingetragen, bis ein Organ zur Verfügung steht.

Fallbeispiel: Ein neues Herz

Wie läuft die Transplantation eines Organs aus Sicht der empfangenden Person ab? Der typische Ablauf einer Organtransplantation wird anhand eines fiktiven Beispiels einer Herztransplantation erläutert.

Letzte Änderung 06.08.2018

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Sektion Transplantation und Fortpflanzungsmedizin
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