Forschung im Bereich Transplantation

Die Transplantationsmedizin hat in den letzten Jahren dank intensiver Forschung grosse Fortschritte gemacht. Diese Entwicklung ist nicht abgeschlossen. Neue Methoden werden erforscht und Standardverfahren fortlaufend optimiert.

Die Transplantationsmedizin hat in den letzten Jahrzehnten grosse Fortschritte gemacht. Viele ursprünglich experimentellen Transplantationen wurden weiterentwickelt und sind heute etabliert. Diese Entwicklung ist nicht abgeschlossen. Standardverfahren werden ständig weiter verbessert und es wird an neuen Methoden geforscht.

Neue Methoden erforschen

Aktuell fokussiert die Forschung im Bereich Transplantation auf folgende Themen:

  • Abstossung und Toleranz: Forscher suchen nach Lösungen gegen die chronische Abstossung der transplantierten Organe. Ein Weg führt über die Entwicklung neuer Medikamente, welche nur jene Teile des Immunsystems unterdrücken, welche spezifisch das Organ abstossen. Oder man verändert das Immunsystem bereits vor der Transplantation derart, dass das neue Organ gar nicht mehr als «fremd» betrachtet wird (Induktion von Toleranz).
  • Stammzellenforschung: Nebst der etablierten Transplantation von Blut-Stammzellen wird auch das Potenzial anderer Stammzellen für Transplantationszwecke erforscht. Diese Forschung birgt aber ethische Probleme, wenn Stammzellen aus menschlichen Embryonen gewonnen werden. Zudem häufen sich unseriöse Anbieter, welche Stammzellen-Therapien im Internet anbieten.
  • Tissue Engineering: Dies ist ein Teil der Stammzellenforschung, welcher sich mit der Züchtung natürlicher Gewebe im Labor beschäftigt. Fernziel ist die Züchtung komplexer Gewebe bis hin zu Organen. Am weitesten fortgeschrittene ist heute die Herstellung von Hautersatz.
  • Künstliche Organe und Gewebe («Organersatz»): Damit sind medizintechnische Vorrichtungen gemeint, welche die Funktionen von Organen unterstützen oder ersetzen können. Viele dieser technischen Systeme dienen derzeit als Überbrückungsmassnahmen, bis es zu einer Organtransplantation kommt. Beispiele sind Dialyseapparate oder das Kunstherz.
  • Xenotransplantation: Forscher suchen nach Möglichkeiten, tierische Organe, Gewebe und Zellen auf den Menschen zu übertragen. Dies ist mit grossen medizinischen Schwierigkeiten und ethischen Bedenken verbunden. Die Chancen einer erfolgreichen Xenotransplantation sollen durch die gezielte genetische Veränderung von Schweinen erhöht werden.
  • Experimentelle Transplantationen: Organe und Blut-Stammzellen werden bislang nur bei lebensbedrohenden Krankheiten transplantiert. Heute erforscht man aber auch die Transplantation von komplexen Geweben (z.B. Gliedmassen oder Gesicht) oder Organen (z.B. Uterus), um bestimmte Formen von Behinderungen oder Funktionseinbussen zu therapieren.

Bestehende Verfahren optimieren

Die Erfolge der Transplantationsmedizin sind eng verknüpft mit den zahlreichen Entwicklungen im Bereich der Chirurgie, der Technik aber auch der Konservierung von Organen. Heute konzentrieren sich die Fachleute in diesen Bereichen vor allem darauf, bestehende Verfahren zu verbessern:

  • Management der spendenden Person: Nach dem Tod der Spenderin oder des Spenders geht es darum, die das Organ schädigenden Abbauprozesse im Körper bis zur Organentnahme möglichst zu bremsen.
  • Organkonservierung: Zwischen Entnahme und Transplantation müssen die Organe möglichst gut konserviert und transportiert werden. Dazu werden beispielsweise Apparaturen entwickelt, welche ein Organ während des Transports an eine Art künstlichen Kreislauf koppeln.
  • Operationstechniken: Es werden neue Verfahren entwickelt, um die Komplikationen und Belastungen der Operation möglichst zu minimieren. Dieser Punkt ist besonders wichtig bei der Lebendspende, da hier zusätzlich ein chirurgischer Eingriff bei einer gesunden Person vorgenommen wird.

Gegenstand der Forschung sind ebenfalls die Abläufe selbst, die eine Transplantation begleiten (Spenderidentifizierung in einem Spital, logistische Aspekte etc.).

Letzte Änderung 06.08.2018

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Kontakt

Bundesamt für Gesundheit BAG
Abteilung Biomedizin
Sektion Transplantation und Fortpflanzungsmedizin
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