Sicherheit in der Medikamentenversorgung

Die Versorgungssicherheit mit Medikamenten in der Schweiz ist gut, auch wenn es in den letzten Jahren vereinzelt zu Engpässen gekommen ist. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht des Bundesrates in Antwort auf das Postulat Heim (12.3426).

Lücken und Engpässe in der Versorgung mit Arzneimitteln waren in den vergangenen Monaten und Jahren immer wieder Gegenstand der politischen und öffentlichen Diskussion. Bereits mit der vorgezogenen Revision des Heilmittelgesetzes (1. Etappe) wurde auf Engpässe in der Medikamentenversorgung in Schweizer Spitälern reagiert, indem die Möglichkeiten zur Herstellung von nicht zulassungspflichtigen Arzneimitteln stark erweitert wurden. Mit dem Postulat Heim (12.3426) wurde der Bundesrat am 4. Juni 2012 damit beauftragt, in einem Bericht die Versorgungssituation in der Schweiz erneut zu analysieren und aufzuzeigen, wo die Ursachen und Problemfelder liegen und wie der Bund die Kantone in dieser Angelegenheit unterstützen kann.

Erkenntnisse aus dem Bericht zum Postulat Heim

In seinem am 20. Januar 2016 veröffentlichten Bericht zuhanden des Parlaments kommt der Bundesrat zum Schluss, dass die Verfügbarkeit von Medikamenten in der Schweiz insgesamt gut und sicher ist. Dennoch kann es in der komplexen Versorgungskette zu Lücken und Engpässen kommen. Betroffen sind vor allem Krebsmedikamente, Nischenprodukte sowie Impfstoffe.
Der Bericht kommt weiter zum Schluss, dass die aktuelle Versorgungslage mit Medikamenten keine dringlichen Interventionen durch den Bund erfordert. Mit der Meldestelle für lebenswichtige Humanarzneimittel bei der Wirtschaftlichen Landesversorgung (WL) verfügt die Schweiz seit Herbst 2015 über ein aktuelles Monitoring der Versorgungslage und kann in einem akuten Fall rasch und unbürokratisch handeln. Gleichzeitig sind Versorgungsengpässe bei Medikamenten aber ein weltweites Phänomen und nehmen tendenziell zu. Deshalb sollten vorsorglich weitere Massnahmen in die Wege geleitet werden, mit denen Bund und Kantone die sichere und geordnete Versorgung mit Arzneimitteln im ganzen Land langfristig wirkungsvoll verbessern können. Der Bericht formuliert entsprechende Handlungsempfehlungen zu Handen von Bund und Kantonen.

Vier Handlungsfelder

Als besonders erfolgreich werden Massnahmen im Bereich der Lagerhaltung und der dezentralen Herstellung beurteilt: Empfohlen wird eine minimale Lagerhaltung auf allen Stufen - von den Herstellerinnen über die Spitäler bis zu den Ärztinnen und Ärzten - und eine Erweiterung der Pflichtlagerung für speziell wichtige Arzneimittel durch die Zulassungsinhaberinnen. Im Bereich der Herstellung wäre ein Netzwerk von öffentlichen Apotheken, Spitalapotheken und der Armeeapotheke zur Sicherstellung der einheimischen Produktion bestimmter Arzneimittel denkbar.
Ein erleichterter Marktzugang könnte die Verfügbarkeit von Medikamenten erhöhen. In diesem Zusammenhang wird empfohlen, die Schweiz-spezifischen Anforderungen an die Patienteninformation bei gewissen Arzneimitteln zu vereinfachen, um so deren Import zu beschleunigen. Zudem soll die Zulassung von traditionellen Arzneimitteln aus dem EU- und EFTA-Raum erleichtert werden. Weiter sollen Herstellerfirmen durch den Bund motiviert werden, Lizenzen an Dritte zu übertragen, wenn sie ihre Produkte aus dem Schweizer Markt zurückziehen.
Im Zusammenhang mit der Preisbildung und Vergütung wären Möglichkeiten zu prüfen, die Verfügbarkeit von Arzneimitteln als Kriterium bei der Preisfestsetzung zu berücksichtigen.
Diese Erkenntnisse und Empfehlungen basieren auf verschiedenen Studien, die das BAG im Zusammenhang mit dem Postulat Heim durchgeführt hat, u.a. eine Literaturstudie, eine Befragung der repräsentativen Akteure sowie eine systemische Analyse.

Weiteres Vorgehen

Die Umsetzung der Empfehlungen und vorgeschlagenen Massnahmen werden im Rahmen des Masterplans zur Stärkung der biomedizinischen Forschung und Technologie verfolgt. Verschiedene Empfehlungen wurden zudem im Rahmen der Revision des Heilmittelgesetzes (2. Etappe) bereits aufgenommen. Dies betrifft primär die oben aufgeführten Empfehlungen im Bereich des Marktzugangs. Zudem soll der Informationsfluss bezüglich des Marktrückzugs von Arzneimitteln optimiert sowie mit geeigneten Anreizen die Entwicklung von Arzneimitteln gegen seltene Krankheiten und spezifisch für Kinder gefördert werden. Des Weiteren sollen im Zuge dieser Arbeiten Regeln definiert werden, wie die Betriebsbewilligungen für den Grosshandel an Bedingungen für eine Vollversorgung geknüpft werden können (vgl. Empfehlungen und geplantes Vorgehen zur Verbesserung der Versorgung mit Medikamenten in der Schweiz).

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Letzte Änderung 20.12.2016

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