Innovation und globaler Zugang zu grundlegenden Arzneimitteln

In vielen Ländern haben Menschen keinen Zugang zu den Arzneimitteln, die ihnen einen annehmbaren Gesundheitszustand gewährleisten könnten. Die Schweiz setzt sich dafür ein, diesen Zugang zu erleichtern. Sie beachtet dabei aber auch den Schutz des geistigen Eigentums, der einen wichtigen Anreiz für Forschung und Innovation darstellt.

Innovation und Zugang zu Arzneimitteln: eine schwierige Gratwanderung

Der Zugang aller zu qualitativ guten und bezahlbaren Arzneimitteln wird auf internationaler Ebene intensiv diskutiert. Im Mittelpunkt der Debatte stehen Umfang und Dauer der Patente sowie die Frage des exklusiven kommerziellen Nutzungsrechts der Hersteller der entsprechenden Wirkstoffe. Es prallen dabei zwei Wirklichkeiten aufeinander:

  • Einerseits beeinträchtigt der eingeschränkte Zugang zu den sogenannten unentbehrlichen Arzneimitteln in vielen Staaten die Gesundheit der Menschen. Dieses Problem ist mancherorts auf regulatorische Gründe und ein schwaches Gesundheitssystem zurückzuführen, hat aber auch mit den hohen Preisen von Medikamenten zu tun. Deswegen sind manche Arzneimittel für viele unerschwinglich. Die hohen Preise sind auch, aber nicht nur, eine Folge der Mechanismen zum Schutz des geistigen Eigentums.

  • Andererseits ist die Entwicklung eines Medikamentes ein langer und kostspieliger Prozess. Zehn bis fünfzehn Jahre verstreichen von der Forschungsarbeit über die klinischen Studien bis hin zur Markteinführung. Der Schutz des geistigen Eigentums gewährleistet eine gewisse Investitionsrendite, indem er die Marktposition des Herstellers über einen bestimmten Zeitraum stärkt. Ohne Schutz des geistigen Eigentums würden weniger Anstrengungen in der Forschung unternommen, wodurch die Wahrscheinlichkeit der Entdeckung neuer Arzneimittel abnehmen würde.

Unterstützung der Schweiz für die Erleichterung des Zugangs zu Arzneimitteln

Der erleichterte Zugangs zu Arzneimitteln, die Förderung der globalen Gesundheitsforschung, der Schutz des geistigen Eigentums und die Stärkung der Menschenrechte sind für die Schweiz prioritäre Ziele, die in ihrer Gesundheitsaussenpolitik verankert sind.

Basierend auf der Gesundheitsaussenpolitik und der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung unterstützte und unterstützt die Schweiz unter anderem verschiedene internationale Initiativen, welche auf die Erleichterung des Zugangs zu Arzneimitteln abzielen:

  • Aktive Unterstützung der Ausarbeitung der Globalen Strategie und des Globalen Aktionsplans der WHO zur öffentlichen Gesundheit, Innovation und geistigem Eigentum (Verbesserung von Forschung und Entwicklung sowie Zugang zu Arzneimitteln in Bezug auf Krankheiten, von denen insbesondere die Bevölkerung in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen betroffen sind);
  • Veröffentlichung eines nationalen Berichts zur Umsetzung des Aktionsplanes in der Schweiz sowie öffentlich wirksames Engagement der Schweiz mit Blick auf dieses Ziel;
  • Fachliche und finanzielle Unterstützung des Follow-up des Berichts der beratenden Expertengruppe zu Forschung und Entwicklung und ihre Finanzierung und Koordination (CEWG).

Letzte Änderung 19.07.2018

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