Alzheimer und andere Formen der Demenz im internationalen Kontext

Die Demenz – auch in Form der Alzheimer-Krankheit – trifft Jahr für Jahr mehr Menschen weltweit. Während die Schweiz über eine nationale Strategie verfügt, erachten viele andere Staaten diese Pandemie immer noch nicht als prioritär.

Von hinten: WHO-Generaldirektorin Dr. Margaret Chan und Bundesrat Alain Berset am Ministerpanel zu Demenz (Alzheimer und andere verwandte Krankheiten) am Rande der 69. Weltgesundheitsversammlung in Genf (CH), 23. Mai 2016

Demenz – weltweite Zunahme der Fälle

Demenz ist ein Oberbegriff für verschiedene degenerative oder vaskuläre Hirnerkrankungen, wobei Alzheimer die häufigste Form davon ist. Laut WHO wird die Gesamtzahl demenzkranker Menschen bis 2030 auf 75,6 Millionen und bis 2050 auf 135,5 Millionen steigen. Dieser prognostizierte Anstieg beruht zu einem grossen Teil auf der Zunahme der Demenzfälle in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Ein in vielen Ländern unterschätztes Problem

Die Demenz stellt für die heutigen und künftigen Generationen eine grosse Herausforderung in der öffentlichen Gesundheit dar. Die oft verkannte und missverstandene Krankheit trifft Menschen und ihre Familien in jedem Land der Welt und ist eine der Hauptursachen für Behinderungen. Das Problem betrifft sowohl einkommensstarke Länder als auch benachteiligte Regionen und verursacht hohe Kosten für das Gesundheitswesen. Trotz der Dringlichkeit räumen viele Regierungen der Demenz keine Priorität ein.

WHO: von der Problemerkennung zum Aktionsplan

Angesichts der weltweit zunehmenden Prävalenz der Krankheit hat die WHO die Bedeutung der Problematik erkannt:

  • In ihrem Bericht «Dementia: a public health priority» bezeichnet die Organisation die Demenz als schwere Bürde für die öffentliche Gesundheit. Sie tritt dafür ein, dass der Berücksichtigung dieses Problems echte Priorität eingeräumt wird. Laut WHO müssen dauerhaft globale Anstrengungen unternommen werden, um Massnahmen zu fördern und den mit der zunehmenden Prävalenz verbundenen Herausforderungen gewachsen zu sein.
  • Die WHO hebt auch die Bedeutung des zwischenstaatlichen Austausches von Wissen und bewährten Praktiken hervor. Laut der Organisation kann kein Land, kein Sektor und keine Organisation die mit der Demenz verbundenen Herausforderungen allein bewältigen.

Die Schweiz bringt sich stark in das Demenzdossier ein. Innerstaatlich verfügt sie über die Nationale Demenzstrategie (2014–2019). Auf internationaler Ebene hat sie namentlich im Exekutivrat angeregt, einen globalen Aktionsplan vorzulegen. Dieser wurde an der 70. Weltgesundheitsversammlung im Mai 2017 angenommen.

Weiterführende Themen

Nationale Demenzstrategie 2014-2019

Die Nationale Demenzstrategie will die Lebensqualität der von Demenz Betroffenen verbessern, Belastungen verringern und die Qualität der Versorgung garantieren. Informieren Sie sich über Themenschwerpunkte und laufende Projekte.

Letzte Änderung 19.07.2018

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