Anerkennungen von Psychologieberufen

Seit Inkrafttreten des Psychologieberufegesetzes (PsyG) am 1. April 2013 prüft die Psychologieberufekommission (PsyKo) ausländische Hochschulabschlüsse in Psychologie und Weiterbildungstitel im Geltungsbereich des PsyG.

Ausländischer Hochschulabschluss Psychologie

  • Inhaberinnen und Inhaber eines ausländischen Hochschulabschlusses in Psychologie müssen diesen als gleichwertig anerkennen lassen, um im Geschäftsverkehr die geschützte Bezeichnung Psychologe oder Psychologin verwenden zu dürfen. Die akademischen Titel fallen nicht unter die Bestimmungen des PsyG.

  • Ein anerkannter Hochschulabschluss in Psychologie (Master of science oder gleichwertig) ist Voraussetzung für die Zulassung in einen akkreditierten Weiterbildungsgang in den Fachgebieten Psychotherapie, Kinder- und Jugendpsychologie, Neuropsychologie, Gesundheitspsychologie sowie Klinische Psychologie.

Ausländische Weiterbildungstitel

  • Wichtig: Vorerst können nur Anerkennungsgesuche betreffend Hochschulabschlüsse in Psychologie und Weiterbildungstitel in Psychotherapie bearbeitet werden. Das PsyG macht im Bereich psychologische Psychotherapie keinen Unterschied zwischen Erwachsenen- und Kinder-/Jugendpsychotherapie. In den Fachgebieten Kinder- und Jugendpsychologie, Neuro-, Gesundheits- und Klinische Psychologie sind die Anerkennungskriterien in Erarbeitung.

  • Inhaberinnen und Inhaber eines ausländischen Weiterbildungstitels in den oben genannten Fachgebieten müssen ihre Weiterbildungstitel als gleichwertig anerkennen lassen, um die entsprechenden geschützten Bezeichnungen, z.B. "eidg. anerkannte Psychotherapeutin", verwenden zu dürfen.

Berufsausübung und Bewilligung

Das PsyG beinhaltet keine Bestimmungen bezüglich der unselbständigen Berufstätigkeit in den Psychologieberufen. Ob eine Anerkennung des Hochschulabschlusses sowie der Weiterbildung notwendig ist, bestimmen die kantonalen Behörden. Sämtliche Bestimmungen rund um die Berufstätigkeit sowie die Bewilligungen liegen in der Kompetenz der Kantone.

Die privatwirtschaftliche Berufstätigkeit als Psychotherapeut oder Psychotherapeutin in eigener fachlicher Verantwortung ist bewilligungspflichtig. Zentrale Voraussetzung der Bewilligung ist ein durch die PsyKo anerkannter Weiterbildungstitel in Psychotherapie. Für die Bewilligungserteilung zuständig ist der Kanton, auf dessen Gebiet der Beruf ausgeübt werden soll.

Zuständige Instanz und Verfahren

Anerkennungsinstanz:
Für die Anerkennung ausländischer Hochschulabschlüsse und Weiterbildungstitel im Geltungsbereich des PsyG ist die Psychologieberufekommission (PsyKo) zuständig.

Anerkennungsverfahren:
Das Verfahren für die Anerkennung von Hochschulabschlüssen und Weiterbildungstiteln aus Staaten der EU oder der EFTA richtet sich nach der Richtlinie über die Anerkennung von Berufsqualifikationen der EU, 2005/36/EG. Gesuche aus Drittstaaten werden nach denselben Verfahren und, soweit möglich, in denselben Fristen bearbeitet.

Meldeverfahren für Dienstleistungserbringende

Personen aus der EU/EFTA mit einem ausländischen Weiterbildungstitel in Psychotherapie, die in ihrem Ursprungsland beruflich niedergelassen bleiben, in der Schweiz aber in eigener fachlicher Verantwortung während höchstens 90 Tagen pro Kalenderjahr Dienstleistungen erbringen wollen, müssen obligatorisch das Meldeverfahren für Dienstleistungserbringende einleiten.

Für das Meldeverfahren zuständig ist das SBFI (Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation), bitte klicken Sie dazu unter «Links» auf «Meldeverfahren für Dienstleistungserbringende aus der EU/EFTA». Falls nicht bereits eine formelle Anerkennung durch die Psychologieberufekommission (PsyKo) vorliegt, werden die im Zuge des Meldeverfahrens eingereichten Unterlagen der PsyKo zur Nachprüfung der beruflichen Qualifikationen zugeleitet.

Der Prüfprozess sowie die Kosten unterscheiden sich beim Meldeverfahren nicht wesentlich vom Anerkennungsverfahren. Die Gültigkeitsdauer einer Anerkennung ist weder zeitlich noch örtlich beschränkt, die Meldung als Dienstleistende oder Dienstleistender muss jedes Jahr, in dem eine Dienstleistung erbracht werden soll, erneuert werden. Zudem dürfen ohne Anerkennung die geschützten Berufsbezeichnungen nicht geführt werden. Die PsyKo empfiehlt deshalb zuerst das reguläre Anerkennungsverfahren zu durchlaufen und anschliessend die Meldung im System des SBFI einzuleiten.
 

Zahlen & Fakten

Statistiken Anerkennungen Psychologieberufe

Seit 1. April 2013 ist die Psychologieberufekommission (PsyKo) verantwortlich für die Anerkennungen ausländischer Abschlüsse der Psychologieberufe. Bis zum 31. Dezember 2017 hat die PsyKo 1836 Abschlüsse aus insgesamt 54 verschiedenen Ländern anerkannt.

Weiterführende Themen

Psychologieberuferegister PsyReg

Mit dem Psychologieberuferegister (PsyReg) wird auch für die Psychologieberufe ein Berufsregister geschaffen. Das PsyReg ist seit dem 1. August 2017 für die Öffentlichkeit zugänglich und wird für mehr Transparenz und Qualität im Bereich der Psychologieberufe sorgen.

Psychologieberufekommission (PsyKo)

Die Psychologieberufe-
kommission berät Bundesrat und Departement zum Psychologieberufegesetz und entscheidet über die Anerkennung ausländischer Hochschulabschlüsse und Weiterbildungstitel in den nach PsyG geregelten Fachbereichen.

Konformitätsbescheinigungen für Psychologieberufe

Für inländische Hochschulabschlüsse in Psychologie sowie Weiterbildungstitel in Psychotherapie nach Psychologieberufegesetz PsyG stellt das BAG EU-Richtlinienkonformitäts-
bescheinigungen aus.

Häufige Fragen (FAQ) zum Psychologieberufegesetz (PsyG)

Die “FAQ“ zum PsyG geben Antworten auf häufige Fragen, welche dem BAG von Weiterbildungsorganisationen, Weiterzubildenden, Verbänden und weiteren Interessierten zum PsyG gestellt werden.

Akkreditierung von Weiterbildungsgängen der Psychologieberufe

Die Akkreditierung von Weiterbildungsgängen im Bereich der Psychologieberufe gilt gemäss Psychologieberufegesetz als Voraussetzung für die Erteilung des eidg. Weiterbildungstitels.

Internationale Migration des Gesundheitspersonals

Die Qualität der Gesundheitsversorgung hängt stark vom Gesundheitspersonal, insbesondere aus dem Ausland, ab. Diese Zuwanderung verursacht jedoch einen Mangel in den Herkunftsländern. Die globale Erkennung dieser Problematik führte zu Massnahmen, zu denen die Schweiz sowohl auf internationaler als auch auf nationaler Ebene beiträgt.

Letzte Änderung 12.07.2018

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Kontakt

Bundesamt für Gesundheit BAG
Psychologieberufekommission
Schwarzenburgstrasse 157
3003 Bern
Schweiz

Tel +41 58 464 38 18
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