Ausgangslage und Auftrag der NCD-Strategie

Bund, Kantone und Gesundheitsförderung Schweiz haben seit 2014 NCD-Strategie gemeinsam entwickelt. Sie soll gemeinsam mit der Strategie Sucht ein wichtiges Fundament für die Verbesserung der Gesundheitsförderung und der Krankheitsvorbeugung in der Schweiz bilden.

Ausgangslage

Heute leben die Menschen in unserer Gesellschaft doppelt so lange als noch vor hundert Jahren. Diese massiv höhere Lebenserwartung verdanken wir den medizinischen Fortschritten, den Fortschritten von Wirtschaft und Gesellschaft, der Verbesserung von Hygiene und Bildung, dem Ausbau der Sozialversicherungen usw. Die Verbesserung unserer Lebensqualität brachte auch eine Veränderung unseres Lebensstils und unserer Arbeitsbedingungen mit sich. Allerdings hat diese Entwicklung eine Kehrseite: die Zunahme nichtübertragbarer Krankheiten wie Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronischer Leiden der Atemwege oder muskuloskelettaler Krankheiten (das sind Erkrankungen des Bewegungsapparats wie bspw. chronische Rückenschmerzen). Diese nicht von einer Person zur anderen übertragbaren Krankheiten mit langer Krankheitsphase sind inzwischen die häufigste Todesursache in unserer Gesellschaft.

Neben dem persönlichen Leid der Betroffenen und derer Angehörigen stellen NCDs auch eine grosse Herausforderung an unser Gesundheitssystem dar. NCDs sind häufig Krankheiten, welche einer langwierigen und pflegeintensiven Behandlung bedürfen. Deshalb verursachen sie einen grossen Teil der Gesundheitskosten. Allein die fünf oben erwähnten NCDs verursachen 40% der direkten Gesundheitskosten, was einem jährlichen Betrag von 25,6 Mrd. CHF entspricht. Das Total der jährlich durch alle NCDs verursachten Gesundheitskosten beläuft sich auf über 50 Mrd. Franken, also etwa 80% der direkten Gesundheitskosten.

In der Schweiz gibt es seit 2008 drei nationale Präventionsprogramme, die auf die Bekämpfung der Hauptrisikofaktoren von nichtübertragbaren Krankheiten zielen: die Programme Tabak, Alkohol sowie Ernährung und Bewegung. Sie bilden heute das Dach über die verschiedenen nationalen, kantonalen und kommunalen Präventionsaktivitäten in diesen Bereichen. Die Programme werden zusammen mit den Kantonen, NGOs und – gemäss dem multisektoralen Ansatz – weiteren Akteuren aus verschieden Bereichen (Raumplanung, Wirtschaft, Bildung) umgesetzt. Das Nationale Programm Migration und Gesundheit und das Netzwerk Psychische Gesundheit ergänzen diese Programme mit ihrem Fokus auf besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen. 2012 hat der Bundesrat die Präventionsprogramme um weitere vier Jahre bis 2016 verlängert. Damit wurde die Kontinuität der in den vergangenen Jahren geleisteten Präventionsarbeit sichergestellt.

Mit dem Ablaufen der bisherigen Nationalen Programmen entsteht also auch eine gesundheitspolitische Notwendigkeit zur Implementierung einer neuen nationalen Strategie, will man nicht auf übergreifende Präventionsaktivitäten verzichten. Kontinuität in diesem Bereich ist zudem umso wichtiger, da Präventionsmassnahmen erst mittel- und langfristig Wirkung zeigen.

Auftrag

Der Bundesrat hat angesichts der Herausforderungen, vor denen NCDs unser Gesundheitssystem und unsere Gesellschaft stellen, entschieden, die Gesundheitsförderung und Krankheitsvorbeugung zu intensivieren. Dies soll unter anderem die vom Dialog Nationale Gesundheitspolitik angeregte NCD-Strategie im Rahmen der gesundheitspolitischen Gesamtschau Gesundheit2020 gewährleisten. Die NCD-Strategie soll auf Bewährtem aus den drei bisherigen nationalen Präventionsprogrammen aufbauen und die Bemühungen aus den drei Bereichen bündeln und koordinieren.

Eine enge Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure im Bereich der Gesundheitsversorgung und der Prävention sollen eine möglichst hohe Effizienz und Effektivität der Strategie sicherstellen. Denn Massnahmen, die den individuellen Lebensstil und die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen verbessern, können die Krankheitslast und die damit verbundenen volkswirtschaftlichen Kosten deutlich verringern.

Weiterführende Themen

Nationale Strategie Sucht

Suchtpolitik ist ein dynamisches Feld, das sich ständig neuen Herausforderungen stellen muss, etwa veränderten Verhaltensmustern und Konsumtrends.

Strategie Gesundheit2020

Das Schweizer Gesundheitssystem muss auch in Zukunft qualitativ hochstehend, finanzierbar und für alle zugänglich bleiben. Dieses Ziel verfolgt die Strategie Gesundheit2020 des Bundes mit 36 Massnahmen. Informieren Sie sich hier.

Letzte Änderung 30.08.2018

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