Gesetzgebung Transplantationsmedizin

Das Transplantationsgesetz schafft die rechtlichen Grundlagen für die Transplantationsmedizin in der Schweiz. Es basiert auf dem Verfassungsartikel 119a und wird ergänzt durch sechs Ausführungsverordnungen.

Bundesverfassung

Volk und Stände haben die Verfassungsbestimmung über die Transplantationsmedizin am 7. Februar 1999 mit einem Stimmenanteil von 87,9 Prozent und einer Stimmbeteiligung von 38 Prozent deutlich angenommen. Den Link zum Verfassungsartikel und zur Botschaft finden Sie auf dieser Seite im Register „Gesetze“ 

Grundzüge des Transplantationsgesetzes

  • Die Spende menschlicher Organe, Gewebe und Zellen ist unentgeltlich.
  • Der Handel mit menschlichen Organen ist verboten.
  • Erweiterte Zustimmungslösung: Voraussetzung für eine rechtsgültige Entnahme von Organen, Geweben oder Zellen bei verstorbenen Personen ist das Vorliegen der Zustimmung der spendenden Person. Wenn diese keinen Willen geäussert hat, bedarf es der Zustimmung der nächsten Angehörigen.
  • Todeskriterium: Das Gesetz stützt sich auf das so genannte «Hirntod»-Konzept ab. Der Mensch ist tot, wenn die Funktionen seines Hirns, einschliesslich des Hirnstamms, irreversibel ausgefallen sind.
  • Für eine Lebendspende von Organen, Geweben oder Zellen braucht es keine verwandtschaftliche Beziehung oder eine besonders enge emotionale Bindung zwischen spendender und empfangender Person.
  • Oberstes Ziel bei der Zuteilung von Organen ist die Gerechtigkeit. Es darf niemand diskriminiert werden. Als massgebende Kriterien kommen nur die medizinische Dringlichkeit und der medizinische Nutzen einer Transplantation, die Chancengleichheit sowie die Wartezeit in Betracht. Die Zuteilung erfolgt immer zentral und patientenbezogen durch die Nationale Zuteilungsstelle.
  • Der Bundesrat hat die Kompetenz, die Zahl der Transplantationszentren zu beschränken. Eine Limitierung wird er dann in Betracht ziehen, wenn die laufenden Bestrebungen im Bereich der Koordination der Spitzenmedizin nicht zum Erfolg führen sollten.
  • Die Transplantation embryonaler oder fötaler menschlicher Gewebe oder Zellen ist nur mit einer Bewilligung des BAG möglich. Bestimmte Tätigkeiten, z.B. die gerichtete Spende oder die Verwendung derartiger Gewebe oder Zellen von urteilsunfähigen Frauen, sind verboten.
  • Xenotransplantationen sind nur mit einer Bewilligung des BAG möglich.

Den Link zum Gesetz und zur Botschaft finden Sie auf dieser Seite im Register „Gesetze“.

Sechs Verordnungen zum Transplantationsgesetz

Das Transplantationsgesetz umfasst die folgenden Ausführungsverordnungen. Links zu den aktuell gültigen Verordnungstexten finden Sie im Register „Gesetze“:

  • Transplantationsverordnung
  • Überkreuz-Lebendspende-Verordnung
  • Organzuteilungsverordnung
  • Organzuteilungsverordnung EDI
  • Xenotransplantationsverordnung
  • Transplantationsgebührenverordnung

Den Link zu den Verordnungen finden Sie auf dieser Seite im Register „Gesetze“.

Rechtsetzungsprojekte in der Transplantationsmedizin

Hier finden Sie Angaben zu Rechtsetzungsprojekte im Bereich der Transplantationsmedizin.

Richtlinien und Wegleitung

Verweis im Anhang 1, Ziff. 1 der Transplantationsverordnung



Zahlen & Fakten

Zahlen & Fakten zur Transplantationsmedizin

Diese Seite gibt einen Überblick über die wichtigsten Zahlen und Fakten des Transplantationswesens.

Weiterführende Themen

Willensäusserung zur Spende von Organen, Geweben und Zellen

Eine Spende von Organen, Geweben oder Zellen ist nur möglich, wenn dies dem Willen der spendenden Person entspricht.

Wirksamkeitsprüfung des Transplantationsgesetzes

Die Wirksamkeit des Transplantationsgesetzes wird laufend überprüft, damit der Vollzug des Gesetzes optimiert werden kann.

Gesuche & Bewilligungen im Bereich Transplantation

Die Melde- und Bewilligungspflichten im Bereich der Transplantationsmedizin gewährleisten eine effiziente Kontrolle und den Schutz der Bevölkerung vor Missbräuchen. Informieren Sie sich hier.

Spenden nach dem Tod

Wer möchte, kann nach dem Tod Organe und Gewebe spenden. Lesen Sie hier, welche Voraussetzungen es dafür braucht, wie im Spital der Tod festgestellt werden muss und welche medizinischen Massnahmen notwendig sind.

Transplantieren von Organen, Geweben und Zellen

Eine Organtransplantation durchläuft verschiedene Phasen: Von einer manchmal langen Wartezeit über die Zuteilung und die eigentliche Operation bis zum Leben danach, das von den Patientinnen und Patienten meist viel Disziplin verlangt.

Aktionsplan «Mehr Organe für Transplantationen»

Mit dem Aktionsplan «Mehr Organe für Transplantationen» will der Bundesrat zusammen mit wichtigen Akteuren Grundlagen schaffen, um das bestehende Potenzial an Organspenderinnen und -spendern besser zu nutzen.

Letzte Änderung 08.01.2018

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Kontakt

Bundesamt für Gesundheit BAG
Abteilung Biomedizin
Sektion Transplantation und Fortpflanzungsmedizin
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+41 58 463 51 54

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