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| 1 Induktionsspule | 5 Funktionsanzeige |
| 2 Temperaturfühler | 6 Topfboden aus ferromagnetischem Material |
| 3 Wärmedämmung | 7 Elektromagnetisches Wechselfeld |
| 4 Glaskeramikplatte |
Im Auftrag des BAG wurden im Jahre 2006 die magnetischen Streufelder bei zwei Einbaumodellen mit je vier Kochzonen (Herd 1 und Herd 2) sowie einem mobilen leistungsstarken Profi-Gerät mit einer Kochzone (Herd 3) gemessen [3].
Gemäss der geltenden Norm [4] für Induktionskochherde muss der empfohlene Grenzwert der ICNIRP (International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection) von 6,25 Mikrotesla (µT) [5] beim Betrieb einer Kochzone mit einer geeigneten, genügend grossen und zentriert platzierten Pfanne in einem Abstand von 30 cm zum Kochfeld eingehalten werden. Alle ausgemessenen Geräte erfüllen diese Anforderung.
Im täglichen Gebrauch kann es jedoch durchaus vorkommen, dass diese Bedingungen nicht eingehalten werden. Es wurde deshalb untersucht, welchen Einfluss es auf die Streufelder hat, wenn mehrere Kochzonen gleichzeitig betrieben bzw. ungünstige Pfannen verwendet werden oder die Pfannen nicht zentriert sind. Die Magnetfelder wurden im Abstand zwischen 1 cm und 30 cm vom Rand des Glaskeramikkochfeldes bestimmt, da der Mindestabstand von 30 cm in der Praxis nicht unbedingt eingehalten werden kann. Dies gilt besonders für schwangere Frauen, Kinder und kleine Personen.
Das vor Induktionskochherden auftretende Magnetfeld führt dazu, dass im Körper einer am Kochherd stehenden Person elektrische Ströme fliessen. Damit keine akuten Effekte wie Nerven- und Muskelreizungen entstehen, dürfen diese Ströme die entsprechenden Grenzwerte der ICNIRP für die allgemeine Bevölkerung nicht überschreiten,
Körperströme sind nicht direkt messbar, sondern müssen mit Computersimulationen in virtuellen Modellpersonen berechnet werden. Die Forschungsstiftung IT'IS in Zürich hat im Auftrag des BAG solche Simulationen für Modellpersonen durchgeführt, die direkt vor den drei ausgemessenen Induktionskochherden an der Küchenabdeckung stehen und mit günstig positionierten und induktionsfähigen Pfannen kochen. Die Simulationen der Ströme berücksichtigen neben den einwirkenden Magnetfeldern auch Geschlecht, Alter, Körperbau, Anatomie, Gewebeeigenschaften und Körperhaltung folgender virtuellen Personen:
Die Körperströme wurden sowohl in peripheren Körperbereichen wie auch im Zentralnervensystem (ZNS, Gehirn und Rückenmark) simuliert (Figur 5).
Die Resultate zeigen, dass bei beiden Einbauherden der Grenzwert für Körperströme bei den meisten Modellpersonen eingehalten oder ausgeschöpft wird. Ausnahmen bilden die schwangere Frau im neunten Monat und das 6jährige Kind, bei denen die Körperströme den Grenzwert übersteigen. Das leistungsstarke mobile Profi-Gerät erzeugt Körperströme, die mehrheitlich über dem Grenzwert liegen (Figur 5). Die Ströme im Zentralnervensystem liegen bei allen Modellpersonen unter dem Grenzwert (Figur 6).
Zu längerfristigen gesundheitlichen spezifischen Auswirkungen von Induktionskochherden wurden bis jetzt keine spezifischen Studien durchgeführt.
Gemäss Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es generell keine überzeugenden Hinweise auf langfristige gesundheitliche Auswirkungen mittelfrequenter Magnetfelder [6]. Sie stellt jedoch auch fest, dass verhältnismässig wenige Studien in diesem Frequenzbereich publiziert worden sind. Aus den wenigen Tierstudien, die im mittelfrequenten Bereich durchgeführt worden sind, können keine Schlüsse gezogen werden. Die Humanstudien, welche vor allem im Zusammenhang mit Bildschirmen durchgeführt worden sind, zeigen keine gesundheitlichen Auswirkungen. Inwieweit die Resultate auf Induktionskochherde übertragen werden können, ist nicht klar, da diese Geräte sowohl von der Strahlung als auch von der Grösse der Magnetfelder her eine andere Charakteristik aufweisen
Um akute Effekte wie Muskel- und Nervenstimulationen auszuschliessen, hat die ICNIRP ihren Grenzwert für die Stromdichte im Körper so definiert, dass die Schwelle für eine Erregung des Nervensystems um einen Faktor 50 unterschritten wird [5]. Mit den unter „Gesundheitsrisiken und Vorsorge" aufgeführten Tipps können Sie sicherstellen, dass die ICNIRP-Grenzwertempfehlung eingehalten wird.
Induktionskochherde gelten als Niederspannungserzeugnisse, die in der Schweiz in der Verordnung über elektrische Niederspannungserzeugnisse [11] geregelt sind. Diese Verordnung schreibt vor, dass Niederspannungserzeugnisse bei sachgemässer und möglichst auch bei voraussehbarer unsachgemässer Verwendung sowie in voraussehbaren Störfällen weder Personen noch Sachen gefährden dürfen. Des Weiteren wird festgelegt, dass Niederspannungserzeugnisse nur dann in Verkehr gebracht werden dürfen, wenn sie den so genannten grundlegenden Anforderungen an die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der europäischen (EG)-Niederspannungsrichtlinie entsprechen.
Hersteller von Niederspannungserzeugnissen müssen zum Zeitpunkt des Inverkehrbringens eines Produktes eine Konformitätserklärung bereithalten, welche die Übereinstimmung des Produktes mit den grundlegenden Anforderungen bestätigt. Die grundlegenden Anforderungen für einzelne Produkte werden in technischen Normen konkretisiert, für elektromagnetische Felder von Haushaltsgeräten wird die Norm SN EN 62233 [4] herangezogen. Die entsprechenden Konformitätskriterien entsprechen den ICNIRP-Grenzwertempfehlungen [5].
Der Hersteller ist selber dafür verantwortlich, dass sein Gerät den Konformitätskriterien entspricht, es gibt in der Schweiz keine umfassende Marktkontrolle. Das Einhalten der Vorschriften wird durch die Behörden mit nachträglichen Stichproben auf dem Markt kontrolliert.
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