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Damit Antibiotika auch morgen noch wirken

Antibiotikaresistenzen nehmen zu – auch in der Schweiz. Der Bund geht das Problem nun mit einer nationalen Strategie an. Diese beinhaltet 35 Massnahmen in acht Handlungsfeldern. Die Umsetzung erfolgt wie die Erarbeitung zusammen mit den Kantonen und weiteren wichtigen Akteuren.


Die Entwicklung von Antibiotika zählt zu den bedeutendsten Fortschritten der modernen Medizin. Weil sie aber übermässig und teilweise unsachgemäss eingesetzt werden, sind immer mehr Bakterien gegen sie immun geworden. Dies gilt für die Humanmedizin ebenso wie für die Tiermedizin und die Landwirtschaft. Deshalb kann das Problem nur gemeinsam und bereichsübergreifend gelöst werden.

Die Bekämpfung von Resistenzen ist Teil der gesundheitspolitischen Prioritäten des Bundesrats in der Agenda «Gesundheit 2020». Die Verantwortung für die Strategie Antibiotikaresistenzen (StAR) teilen sich die Bundesräte Alain Berset (Eidgenössisches Departement des Innern EDI) und Johann Schneider-Ammann (Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung WBF). Mit der Strategieentwicklung beauftragt waren seit 2013 das federführende Bundesamt für Gesundheit (BAG) und die Bundesämter für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) sowie Landwirtschaft (BLW). Diese haben mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU), den Kantonen und weiteren relevanten Akteuren im Themenbereich Antibiotikaresistenzen zusammengearbeitet.

Acht Handlungsfelder

Im November 2015 ist StAR vom Bundesrat genehmigt worden. Die Strategie will die Wirksamkeit von Antibiotika langfristig sicherstellen und die Resistenzbildung eindämmen. Sie erstreckt sich auf die Handlungsfelder Überwachung, Prävention, sachgemässer Einsatz von Antibiotika, Resistenzbekämpfung, Forschung und Entwicklung, Kooperation, Information und Bildung sowie Rahmenbedingungen.

Zu den Massnahmen gehört, die Überwachung bereichsübergreifend auszubauen. Es geht darum, die aktuelle Situation bezüglich der Resistenzen und des Antibiotikaverbrauchs lückenlos zu erfassen und in einem gemeinsamen Bericht zu publizieren. Verbesserungen braucht es zudem bei der Prävention. Denn je mehr Infektionserkrankungen sich verhindern lassen, desto weniger Antibiotika müssen zur Therapie eingesetzt werden. Erreichen kann man dies beispielsweise, indem man Hygienemassnahmen überall konkret umsetzt, und durch eine artgerechte Tierhaltung.

Das Richtige am richtigen Ort einsetzen

Antibiotika wirken gegen Bakterien - und nicht gegen Viren. Praxisnahe Laboruntersuchungen sollen es ermöglichen, bei Infektionen rasch zwischen bakteriellen und viralen Erregern zu unterscheiden und den spezifischen Erreger und dessen Resistenzprofil zu identifizieren. Durch diese Verbesserung der Diagnostik kann eine Verschreibung rasch und auf den konkreten Fall zugeschnitten erfolgen.

Damit die Strategie Früchte trägt, ist der Hebel auch bei der verstärkten Sensibilisierung und Weiterbildung der Fachleute sowie bei der Information der Bevölkerung anzusetzen. Anreizsysteme tragen ebenfalls einen wichtigen Teil bei, dass Antibiotika weniger und wenn doch verantwortungsvoll zum Einsatz kommen 

Umsetzung bereits im Gang

Die Realisierung der Massnahmen hat bereits begonnen, denn StAR setzt auch auf die Fortführung bereits bewährter Lösungen - etwa der Überwachung resistenter Keime durch das Schweizerische Zentrum für Antibiotikaresistenzen anresis.ch. Am 23. November 2015 erscheint dazu ein erster gemeinsamer Bericht von BAG und BLV.

Bis zirka Mitte 2016 werden vor allem die Organisation der Umsetzung und deren Schwerpunkte geklärt. Dabei arbeiten die beteiligten Bundesämter weiter eng mit den Kantonen und den anderen wichtigen Akteuren zusammen. Fest steht, dass es ein über mehrere Jahre gestaffeltes Vorgehen geben soll, bei dem erneut das BAG die Federführung hat. Zum Umsetzungsstand von StAR ist mindestens einmal jährlich eine Information der Öffentlichkeit geplant.



Zuletzt aktualisiert am: 18.11.2015

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Typ: PDF

15.12.2014 | 207 kb | PDF
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15.12.2014 | 22 kb | PDF
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Artikel im BAG-Bulletin
14.03.2016 | 69 kb | PDF
Typ: PDF

Artikel im BAG-Bulletin
23.06.2014 | 70 kb | PDF

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