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Zika-Virus

Seit Mai 2015 hat sich das Zika-Virus in Süd- und Mittelamerika und in der Karibik stark verbreitet. Die Infektion verläuft in den meisten Fällen harmlos, kann aber vereinzelt neurologische Komplikationen wie Mikrozephalie oder das Guillain-Barré-Syndrom (GBS) verursachen. Aufgrund der zunehmenden Häufigkeit solcher Komplikationen in Brasilien seit Oktober 2015 hat die WHO am 1. Februar 2016 eine gesundheitliche Notlage ausgerufen.

In Brasilien wurden zwischen Oktober 2015 und Mai 2016 mehr als 1‘600 Fälle von Mikrozephalie bestätigt. Zwischen 2001 und 2014 waren pro Jahr landesweit durchschnittlich nur 163 Fälle gemeldet worden. Innerhalb von acht Monaten verzehnfachten sich somit die Fallzahlen gegenüber dem jährlichen Durchschnitt. Andere Länder (Kolumbien, Kapverden, Martinique, usw.) zeigen ebenfalls eine zunehmende Häufigkeit von Mikrozephalie als Folge einer Zikaepidemie. Gemäss zweier Vorstudien beträgt das Risiko für eine Mikrozephalie bei Säuglingen einer mit dem Zika-Virus infizierten schwangeren Frau 1 % bis 29 %.

In 60 - 80% der Fälle verläuft die Infektion asymptomatisch. In den übrigen 20 - 40% können vielfältige klinische Symptome auftreten (Hautausschlag, Kopfschmerzen, mässiges Fieber (<38.5°C), Arthritis und Gelenkschmerzen, Bindehautentzündung, Erschöpfung, Muskelschmerzen, gastrointestinale Symptome). Die Symptome klingen in der Regel innerhalb von vier bis sieben Tagen von selbst ab. Für die Behandlung der Krankheit gibt es keine spezifischen Medikamente. Deshalb werden lediglich die Symptome der Krankheit bekämpft.

Das Zika-Virus wird hauptsächlich durch den Stich einer infizierten Mücke der Gattung Aedes übertragen (in erster Linie durch Aedes aegypti, aber auch durch Aedes albopictus). Übertragungen durch sexuellen Kontakt sind ebenfalls möglich (dieser Übertragungsweg ist aber selten) und schwangere, infizierte Frauen können das Virus auf den Fötus übertragen. Das Zika-Virus wurde ebenfalls in der Muttermilch und im Speichel festgestellt. Es ist jedoch bisher nicht erwiesen, dass das Virus durch diese Körperflüssigkeiten übertragen werden kann. Eine Übertragung durch Bluttransfusion ist theoretisch möglich, wurde aber bisher nicht belegt.

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Fachkontakt: epi@bag.admin.ch
Zuletzt aktualisiert am: 16.08.2016

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10.08.2016 | 114 kb | PDF
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Gemeinsame reisemedizinische Empfehlungen des Expertenkomitees für Reisemedizin (EKRM) und des Bundesamtes für Gesundheit (BAG)
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