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Meningokokken-Erkrankungen

Aktuelle Lage

Zwischen Februar und Juni 2013 wurde bei sieben Männern (im Alter von 22 und 45 Jahren) in Paris und Berlin sowie Reiserückkehrern aus London eine invasive Meningokokken-Erkrankung (IME) festgestellt. Drei dieser Männer starben. Für alle sieben Betroffenen gilt die MSM-Szene (Männer, die Sex mit Männern haben) als mögliche Ansteckungsquelle. Bei allen wurden Meningokokken der Gruppe C festgestellt. Mehrere Fälle von IME unter Schwulen und Bisexuellen sind auch aus New York bekannt geworden. Seit August 2010 wurden über 22 Fälle von IME der Gruppe C gezählt. Die Männer waren jeweils zwischen 21 und 59 Jahre alt. Sieben von ihnen starben. Etwa die Hälfte der Betroffenen war HIV-positiv. Es ist anzunehmen, dass sich Männer, die in den MSM-Szene verkehren, einem erhöhten Risiko einer Infektion aussetzen.

Zurzeit empfiehlt das BAG, dass Männer, die sich in der MSM-Szene der erwähnten Städte bewegen, ihren Meningokokken-Impfstatus kontrollieren lassen und eine Impfung individuell mit ihrem Arzt besprechen. Das BAG beobachtet die epidemiologische Lage in der Schweiz sorgfältig.

Erreger und Übertragung

Meningokokken-Erkrankungen werden durch verschiedene Serogruppen der Bakterien Neisseria meningitidis (Meningokokken) verursacht. 10 bis 15 % der europäischen Bevölkerung tragen im Nasen-Rachen-Raum Meningokokken, ohne selbst zu erkranken. Zur Ansteckung ist ein enger Kontakt zu einem gesunden Träger oder zu einer erkrankten Person erforderlich. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion, z. B. beim Niesen, Husten oder Küssen.

Erkrankung und Krankheitsbild

Die Krankheit beginnt 2 bis 10 Tage nach der Infektion und kann milde verlaufen und spontan abheilen. Gelangen die Bakterien jedoch durch die Schleimhaut ins Blut, kann es zu schweren Erkrankungen wie Blutvergiftung oder Hirnhautentzündung (Meningitis) kommen. Die Blutvergiftung beginnt abrupt mit Fieber, Schüttelfrost, Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit und oft Hautausschlag. In der gefährlichsten Form kann sie innerhalb von Stunden zu Schock, Koma und Tod führen. Bei der Hirnhautentzündung zeigen sich grippeähnliche Symptome sowie Krämpfe, Bewusstseinstörungen und Nackensteifigkeit. Trotz frühem Therapiebeginn mit Antibiotika können Spätfolgen wie Hörverlust, Krampfleiden und Lähmungen auftreten. Die Sterblichkeit bei Komplikationen beträgt zirka 10 %.

Verbreitung und Häufigkeit

Meningokokken-Erkrankungen treten weltweit auf. In der Schweiz kommt es jährlich zu etwa 70 schweren Meningokokkenerkrankungen. Hauptsächlich betroffen sind Kinder unter 5 Jahren und Jugendliche im Alter von 15 bis 19 Jahren.

Vorbeugung

Eine Impfung gegen Meningokokken wird Personen mit Immunstörungen, Rekruten, Laborpersonal, gewissen Reisenden sowie, als ergänzende Impfung, Kindern im Alter von 1 bis 4 Jahren und Jugendlichen im Alter von 11 bis 19 Jahren empfohlen. Die verschiedenen verfügbaren Impfstoffe schützen nicht vor alle Serogruppen, die Meningokokken-Erkrankungen verursachen können. Zur Verhinderung der Erkrankung von Personen, die engen Kontakt zu einer erkrankten Person hatten, kann ein Arzt eine Antibiotikaprophylaxe verschreiben.  

Weitere Informationen zur weltweiten Verbreitung und Vorbeugung der Krankheit erhalten Sie bei Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt bzw. bei einer Fachärztin oder einem Facharzt für Reisemedizin.

Impfung

Titel abwärts sortieren Format abwärts sortieren Datum abwärts sortieren
Aktualisierung der Impfempfehlungen gegen Meningokokken: Einführung eines quadrivalenten Konjugatimpfstoffs
Bull BAG 2011; Nr. 34: 711-717
PDF (171 Kb)22.08.2011
Ergänzende Impfungen gegen Pneumokokken und Meningokokken der Gruppe C: Kostenübernahme durch obligatorische Grundversicherung
BAG Bull 2006; Nr. 40: 792-794
PDF (60 Kb)03.10.2006
Impfung gegen Meningokokken der Serogruppe C
Bull BAG 2005; Nr. 45: 815-816
PDF (46 Kb)09.11.2005
Meningokokkeninfektionen: Impfschema für Personen mit Risikofaktoren
Bull BAG 2002; Nr. 50: 884-885
PDF (63 Kb)18.03.2005
Prävention von invasiven Meningokokkeninfektionen
Bull BAG 2001; Nr. 46: 893-901
PDF (219 Kb)18.03.2005

Epidemiologie

Titel abwärts sortieren Format abwärts sortieren Datum abwärts sortieren
Invasive Meningokokkenerkrankungen, 2004-2005
BAG Bulletin 2006; Nr. 52: 1068-1072
PDF (128 Kb)28.12.2006
Invasive Meningokokkenerkrankungen, 2006
Bull BAG 2008; Nr. 4: 48-51
PDF (96 Kb)21.01.2008
Invasive Meningokokkenerkrankungen, 2007
Bull BAG 2008; Nr. 41: 714-716
PDF (54 Kb)06.10.2008
PCR verbessert Überwachung invasiver Meningokokkenerkrankungen bei Kindern
Bulletin BAG 2006; Nr. 24: 468-469
PDF (47 Kb)13.06.2006
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Anfrage zum Thema
Zuletzt aktualisiert am: 30.07.2013

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