Bundesamt für Gesundheit BAG

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Masern

Nationale Strategie zur Elimination der Masern

Der Bundesrat hat eine nationale Strategie zur Masernelimination verabschiedet. Damit dies gelingt, braucht es auf kantonaler und nationaler Ebene Massnahmen, um die Durchimpfungsrate zu erhöhen, Masernausbrüche zu bekämpfen und die epidemiologische Überwachung der Krankheit sicherzustellen. Europa masernfrei bis 2015: So lautet das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO), europäische Region, der sich auch die Schweiz angeschlossen hat.

Die Masern können nur zum Verschwinden gebracht werden,  wenn mindestens 95% der Bevölkerung mit zwei Dosen des Masernimpfstoffs geimpft sind. Zurzeit beträgt die Durchimpfungsrate für Masern gesamtschweizerisch 82% und variiert stark von Kanton zu Kanton. Um die Masern zu eliminieren, braucht es vereinte Anstrengungen von Bund und Kantonen, der Gesundheitsfachleute, aber auch des Erziehungs- und Bildungsbereichs.  Die Handlungsfelder der vom Bundesrat genehmigten Strategie beinhalten deshalb die Information der Bevölkerung, die epidemiologische Überwachung der Krankheit und Massnahmen zur Bekämpfung von Masernausbrüchen. Zudem soll für nicht geimpfte Personen, die die Masern noch nicht durchgemacht haben, der Zugang zur Impfung verbessert werden. Es ist indes nicht vorgesehen, die Impfung für obligatorisch zu erklären.  Die Bevölkerung, insbesondere die Eltern von kleinen Kindern, sollen stattdessen von der Notwendigkeit dieser Impfung überzeugt werden.


Masern: Die Schweiz erneut in einer interepidemischen Phase 

Zwischen Dezember 2010 und August 2011 hat die Schweiz eine Masernepidemie verzeichnet, mit insgesamt 679 gemeldeten Fällen aus 21 Kantonen. Dies gegenüber 43 Fällen in der entsprechenden Zeitperiode von 2009 und 2010. Im April 2011 erreichte die Epidemie mit 213 Fällen ihren Höhepunkt. Zwischen Anfang September 2011 und Anfang April 2012 wurden lediglich 20 Fälle gemeldet. Sporadische Fälle, vor allem aus dem Ausland importierte, und begrenzte Ausbrüche sind jedoch weiterhin zu erwarten, da die Durchimpfungsrate immer noch ungenügend ist (für 2 Impfdosen 82% bei zweijährigen Kindern bzw. 85% bei den 8 und 16-Jährigen). Die nationale Inzidenz betrug während der letzten Epidemie 8.6 Fälle pro 100‘000 Einwohner. Sie entspricht in etwa der Inzidenz während der Epidemie im 2003 (8.3/100'000), ist jedoch tiefer als die Inzidenz während der vorherigen langen Epidemie, die von November 2006 bis Juli 2009 dauerte (57.3/100'000 während der gesamten Epidemiedauer).

Unter den 20 seit Anfang September 2011 gemeldeten Fällen waren 50% Erwachsene ab 20 Jahren. Der Impfstatus war lediglich bei zehn Fällen bekannt; von diesen waren sieben ungeimpft. Von den 13 Patienten, zu denen detaillierte Informationen vorliegen, wurden zwei hospitalisiert.

Stand 02.04.2012

Monatliche Anzahl in der Schweiz gemeldeter Masernfälle (Januar 2010 – April 2012)

Erreger und Übertragung

Masern sind eine vor allem wegen ihren Komplikationen gefürchtete virale Infektionskrankheit, die durch das Masern-Virus ausgelöst werden. Zu einer Übertragung des hoch ansteckenden Masern-Virus kommt es durch Tröpfcheninfektion beim Husten oder Niesen.

Krankheitsbild

Masern verlaufen üblicherweise in zwei Krankheitsschüben: Ein erster beginnt 7-18 Tage nach der Infektion mit Fieber, Müdigkeit, Bauchschmerzen, Lichtscheu, Entzündung der Schleimhaut im Mund und ist oft begleitet von Husten, Schnupfen und Halsschmerzen. 2-4 Tage nach Beginn der Symptome folgt das zweite Stadium mit einem erneuten Fieberanstieg. Die bereits bestehenden Symptome verstärken sich und dazu tritt jetzt ein ausgeprägter Hautausschlag auf. Unkomplizierte Fälle heilen ziemlich rasch und ohne bleibende Folgen ab. Es besteht jedoch die Gefahr, dass sich als Komplikation eine Hirnentzündung (1 auf 1000 Fälle), eine Mittelohr- oder eine Lungenentzündung (5-15 %) entwickelt. Eine spezifische Behandlung gegen das Virus gibt es nicht. Es können lediglich die Symptome gelindert werden.

Verbreitung und Häufigkeit

Vor Einführung der Impfung waren die Masern weltweit eine Kinderkrankheit, an der fast alle Kinder erkrankten. Seit Einführung der Impfung ist sie stark zurückgegangen. Die Sterblichkeit an Masern beträgt heute in den Industrieländern 1 bis 3 Personen auf 10'000 Erkrankte, in Dritte-Welt-Ländern kann sie 300-500 pro 10'000 Erkrankten oder mehr betragen. Die Schweiz zählt auch in Jahren ohne Epidemie jährlich zirka 50 Masernfälle. Bei Epidemien kann diese Zahl auf über 2000 Personen steigen.

Vorbeugung

Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt die Masernimpfung in Kombination mit derjenigen gegen Röteln und Mumps. Empfohlen sind zwei Dosen im Alter von 12 Monaten und 15-24 Monaten. Eine Nachholimpfung ist in jedem Alter möglich. Der Schutz währt bei den meisten vollständig geimpften Personen lebenslänglich. Die Weltgesundheitsorganisation WHO und ihre Mitgliedsstaaten bemühen sich, die Masern in Europa durch eine hohe Durchimpfung der Kinder auszurotten.

Titel abwärts sortieren Format abwärts sortieren Datum abwärts sortieren
Neue Welle der Masernepidemie Anfang 2009: Beschreibung und Massnahmen
Bull BAG 2009: Nr. 27; 484-491
PDF (238 Kb)29.06.2009
Stellungnahme zur GDK-MedienmitteilungPDF (31 Kb)19.02.2009
Der Vorstand der GDK äussert sich zur Bekämpfung der Masern
Medienmitteilung vom 16.2.2009
PDF (46 Kb)18.02.2009
Medienmitteilung: Neue Masernausbrüche in der Schweiz und ein Todesfall
Bull BAG 2009: Nr. 8; 128
PDF (22 Kb)16.02.2009
Masern: Sentinella-Meldungen Juni 1986-Dezember 2007
BAG Bulletin 2008; Nr. 28: 490-491
PDF (71 Kb)07.07.2008
Epi-Notiz: Die Masernepidemie in der Schweiz setzt sich fort
Bull BAG 2008: Nr. 24: 430-432
PDF (527 Kb)09.06.2008
Masernepidemie: Stand im Mai 2008 und Empfehlungen
Stand: Mai 2008
PDF (209 Kb)22.05.2008
Die Gesundheitsbehörden verstärken die Massnahmen zur Eindämmung der Masernepidemie
Medienmitteilung GDK, VKS, BAG
PDF (64 Kb)28.03.2008
Masernausbruch in Genf, März-April 2007: Verlauf und Bekämpfungsmassnahmen
Bull BAG 2007: Nr. 25: 448-451
PDF (131 Kb)18.06.2007
Zwei Masernausbrüche mit bisher 32 Fällen im Kanton Luzern
BAG Bull 2007; Nr. 1: 10-11
PDF (49 Kb)08.01.2007
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20.04.2012 | 36 kb | PDF
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06.03.2012 | 1042 kb | PDF

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Stand: 03.03.2009
03.03.2009 | 57 kb | PDF
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Richtlinien und Empfehlungen
Stand: Juni 2003
01.06.2003 | 368 kb | PDF


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