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Masern


Lagebericht (Oktober 2015) 

Zwischen Januar und Mitte Oktober 2015 wurden 35 neue Masernfälle gemeldet, verglichen mit 22 in der Vorjahresperiode. Bei gut der Hälfte handelte es sich um isolierte Fälle. Trotzdem traten seit Juli auch vier kurze Transmissionsketten auf mit jeweils zwischen zwei und fünf Fällen.

Sechs Fälle (17 %) waren importiert, ohne dass sich daraus Sekundärfälle entwickelt hätten. Drei davon sind aus Asien (China, Indien, Malaysia) in die Schweiz gelangt, die anderen drei aus Europa (zwei aus Bosnien-Herzegowina, einer aus Deutschland). Die 29 übrigen Fälle waren entweder endemisch bedingt, d. h. sie haben sich in der Schweiz bei nicht-importierten Fällen angesteckt, oder der Ansteckungsort blieb unbekannt.

Bei 17 % der erkrankten Personen lag das Alter unter 5 Jahren, bei 6 % zwischen 5 und 14 Jahren, bei 26 % zwischen 15 und 19 Jahren und bei den restlichen 51% bei 20 und mehr Jahren. Die Geschlechter hielten sich die Waage. Die meisten Betroffenen waren nicht geimpft (71 %); 17 % hatten in der Vergangenheit mindestens eine Dosis erhalten, bei 11 % kennt man den Impfstatus nicht. Neun Personen (26 %) mussten sich in Spitalpflege begeben.

Die Fallzahlen sind zwischen 2013 und 2014 von 176 auf 23 (-87 %) gesunken. Mit drei Fällen pro Million Einwohner erreichte die Inzidenzrate 2014 den tiefsten Stand seit Einführung des Meldeobligatoriums für Masern im Jahr 1999. Trotzdem kann es in der Schweiz weiterhin sporadisch Fälle - speziell aus dem Ausland - sowie Ausbrüche geben. Grund ist die immer noch ungenügende Durchimpfungsquote: Das nationale Mittel liegt für zwei Impfdosen bei 86 % für die 2-Jährigen, bei 90 % für die 8-Jährigen und bei 89 % für die 16-Jährigen.

Reisen ins Ausland, insbesondere nach Asien und Afrika, stellen ein wesentliches Infektionsrisiko dar und führen zum Import der Masern in die Schweiz. Es wird sowohl Kindern als auch Erwachsenen empfohlen, vor Reisen in Länder, in welchen die Masern grassieren, den Impfstatus zu überprüfen und bei Bedarf die erforderlichen Impfungen nachzuholen. Denn das Alter der Betroffenen lag in 93 % der 2014/15 importieren Fälle bei 15 Jahren und älter. Umgekehrt gilt: Schweizer Reisende sollten für Regionen, in welchen die Masern selten oder eliminiert worden sind (z. B. auf dem amerikanischen Kontinent), kein Risiko darstellen. Denn manchmal kommt es auch zum Export der Krankheit: Diesen Sommer ist die Krankheit in Kolumbien bei einer Frau diagnostiziert worden, die sich in der Schweiz kurz vor der Abreise angesteckt hatte.


Typ: PDF
Masern-Durchimpfung in der Schweiz 1999-2014
Gültig ab 12.05.2015 | Grösse: 271 kb | Typ: PDF



Titel abwärts sortieren Format abwärts sortieren Datum abwärts sortieren
Neue Welle der Masernepidemie Anfang 2009: Beschreibung und Massnahmen
Bull BAG 2009: Nr. 27; 484-491
PDF (238 Kb)29.06.2009
Stellungnahme zur GDK-MedienmitteilungPDF (31 Kb)19.02.2009
Der Vorstand der GDK äussert sich zur Bekämpfung der Masern
Medienmitteilung vom 16.2.2009
PDF (46 Kb)18.02.2009
Medienmitteilung: Neue Masernausbrüche in der Schweiz und ein Todesfall
Bull BAG 2009: Nr. 8; 128
PDF (22 Kb)16.02.2009
Masern: Sentinella-Meldungen Juni 1986-Dezember 2007
BAG Bulletin 2008; Nr. 28: 490-491
PDF (71 Kb)07.07.2008
Epi-Notiz: Die Masernepidemie in der Schweiz setzt sich fort
Bull BAG 2008: Nr. 24: 430-432
PDF (527 Kb)09.06.2008
Masernepidemie: Stand im Mai 2008 und Empfehlungen
Stand: Mai 2008
PDF (209 Kb)22.05.2008
Die Gesundheitsbehörden verstärken die Massnahmen zur Eindämmung der Masernepidemie
Medienmitteilung GDK, VKS, BAG
PDF (64 Kb)28.03.2008
Masernausbruch in Genf, März-April 2007: Verlauf und Bekämpfungsmassnahmen
Bull BAG 2007: Nr. 25: 448-451
PDF (131 Kb)18.06.2007
Zwei Masernausbrüche mit bisher 32 Fällen im Kanton Luzern
BAG Bull 2007; Nr. 1: 10-11
PDF (49 Kb)08.01.2007
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Zuletzt aktualisiert am: 22.10.2015

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