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Suizidprävention in der Schweiz: Handlungsbedarf und Aktionsplan

Der Bund ist beauftragt einen Aktionsplan für die Suizidprävention in der Schweiz vorzulegen. Damit will er die Suizidraten in allen Altersgruppen reduzieren. Im jungen Erwachsenenalter ist z.B. fast jeder dritte Todesfall auf einen Suizid zurückzuführen.

Auftrag
Das Parlament hat 2014 den Bund durch die Annahme der Motion Ingold 11.3973 «Suizidprävention. Handlungsspielraum wirkungsvoller nutzen» beauftragt einen Aktionsplan zur Suizidprävention vorzulegen und umzusetzen.

Im Auftrag des Dialogs Nationale Gesundheitspolitik haben das Bundesamt für Gesundheit BAG, die Schweizerischen Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren GDK und die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz einen Aktionsplan Suizidprävention erarbeitet. In die Erarbeitung wurden rund 100 Expertinnen und Experten miteinbezogen - auch betroffene Menschen, die Suizidalität aus eigener Erfahrung kennen.

Ziel
Der Aktionsplan Suizidprävention fokussiert auf nicht-assistierte Suizide. Die Rate nicht-assistierter Suizide hat sich zwischen 1980 und 2010 deutlich reduziert, stagniert aber seither. Pro Jahr suizidieren  sich in der Schweiz rund 1000 Personen. Zudem werden jährlich rund 10 000 Personen nach Suizidversuchen medizinisch behandelt. Der Aktionsplan verfolgt das Ziel, nicht-assistierte Suizide und Suizidversuche weiter und nachhaltig zu reduzieren.

Aktionsplan
Eine umfassende Suizidprävention setzt bei der Förderung der psychischen Gesundheit an. Bund, Kantone, Gemeinden und NGOs setzen bereits Massnahmen in diesem Bereich um und weitere sind in Planung (vgl. z.B. das Projekt «Psychische Gesundheit in der Schweiz. Bestandesaufnahme und Handlungsfelder»). Der Aktionsplan fokussiert daher auf die Suizidprävention im engeren Sinne. Der Entwurf des Aktionsplans umfasst folgende Ziele:

  • über Suizidalität informieren und sensibilisieren
  • Hilfe anbieten, die schnell und einfach zugänglich ist
  • Suizidalität frühzeitig erkennen
  • suizidale Menschen auf ihrem Genesungsweg wirksam unterstützen
  • suizidale Handlungen durch einen erschwerten Zugang zu tödlichen Mitteln und Methoden erschweren
  • Hinterbliebene und (beruflich) Involvierte unterstützen
  • eine suizidpräventive Medienberichterstattung fördern
  • Beispiele guter Praxis aus der Schweiz und aus dem Ausland verbreiten
  • Monitoring und Forschung fördern

Der Aktionsplan schlägt zur Erreichung dieser neun Ziele knapp 30 Schlüsselmassnahmen vor.

Konsultation
Der vorliegende Bericht «Suizidprävention in der Schweiz. Ausgangslage, Handlungsbedarf und Aktionsplan» wird zwischen dem 26. Februar und dem 20. Mai 2016 einem breiten Kreis zur Konsultation vorgelegt. Die Konsultation dient:

  • der inhaltlichen Konsolidierung,
  • der Erfassung nationaler Beispiele guter Praxis in der Suizidprävention,
  • der Klärung der Bereitschaft der verschiedenen Akteure zur Mitwirkung bei der Umsetzung. 

Eine online-Teilnahme erleichtert uns die Auswertung. Ist eine online-Teilnahme nicht möglich, fordern Sie bitte bei Esther Walter (suizidpraevention@bag.admin.ch) den Fragebogen als Word-Dokument an.

Interessierte Kreise können sich unter folgendem Link an der Konsultation beteiligen:

Nächste Schritte
Nach der Überarbeitung wird der Aktionsplan dem Bundesrat und dem Dialog Nationale Gesundheitspolitik Ende 2016 zur Verabschiedung vorgelegt. Die Umsetzung des Aktionsplans folgt ab 2017.

 


Zuletzt aktualisiert am: 26.02.2016

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http://www.bag.admin.ch/themen/gesundheitspolitik/14149/14173/14972/index.html?lang=de