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Substitutionsgestützte Behandlung mit Diacetylmorphin (Heroin)

In der Schweiz wird in etwa 8% der Substitutionsbehandlungen Diacetylmorphin (pharmazeutisch hergestelltes Heroin) eingesetzt. Mit der diacetylmorphingestützten Behandlung wird schwer Heroinabhängigen geholfen, die mit anderen therapeutischen Angeboten nicht erreicht werden können. Das BAG ist zuständig für Bewilligungen, Aufsicht und Kontrolle sowie Information rund um die diacetylmorphingestützte Behandlung.

Allgemeines

Die diacetylmorphingestützte Behandlung (heroingestützte Behandlung, kurz HeGeBe) beinhaltet eine strikt reglementierte und kontrollierte Verabreichung von Diacetylmorphin, eingebettet in eine umfassende ärztliche Behandlung und psychosoziale Betreuung. Sie wurde in der Schweiz 1994 im Rahmen einer Kohortenstudie erstmals durchgeführt. Nach positiven Ergebnissen etablierte sich die diacetylmorphingestützte Behandlung als Therapieform und wurde im Betäubungsmittelgesetz verankert. 2014 wurden in der Schweiz rund 1400 Patientinnen und Patienten in 21 ambulanten HeGeBe-Zentren und 2 Gefängnissen behandelt.

Zielsetzungen

Die Ziele der diacetylmorphingestützten Behandlung entsprechen jenen der Behandlung mit anderen Substitutionsmitteln: Eine dauerhafte therapeutische Einbindung, ein risikoarmer Konsum psychoaktiver Substanzen, die Verbesserung des physischen und psychischen Gesundheitszustandes und der sozialen Integration, die Schaffung von Bedingungen für die Abstinenz sowie die Distanzierung von der Drogenszene und die Verhinderung der Beschaffungskriminalität.

Behandlungsergebnisse

Die diacetylmorphingestützte Behandlung wird seit 1994 wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Die Ergebnisse der Behandlung zeigen konstant eine Verbesserung der psychischen und körperlichen Gesundheit sowie der sozialen Situation der Abhängigen. Darüber hinaus ist eine starke Reduktion der Delinquenz festzustellen.

Aufnahmekriterien

Die Aufnahmekriterien für die diacetylmorphingestützte Behandlung sind wie folgt: Mindestalter 18 Jahre, schwere Heroinabhängigkeit seit mindestens zwei Jahren, mindestens zwei abgebrochene oder erfolglos absolvierte Behandlungsversuche mit einer anderen anerkannten Methode und Defizite im somatischen, psychischen oder sozialen Bereich.

Die Aufgaben des BAG

Das BAG erfüllt im Rahmen der diacetylmorphingestützten Behandlung folgende Aufgaben:

  • Erteilung von Institutions-, Ärzte- und Patientenbewilligungen
  • Aufsicht über die Institutionen und Durchführung entsprechender Kontrollen in Zusammenarbeit mit den zuständigen kantonalen Behörden
  • Koordination des HeGeBe-Netzwerks zur Förderung des Erfahrungs- und Wissensaustausches
  • Laufende Aktualisierung und Publikation des Handbuchs zur diacetylmorphingestützten Behandlung
  • Erarbeitung des Jahresberichts zur diacetylmorphingestützten Behandlung (HeGeBe-Jahresbericht)

Rechtliche Grundlagen

  • Artikel 3e, Absatz 3 des Betäubungsmittelgesetzes
  • Besondere Bestimmungen zur diacetylmorphingestützten Behandlung: Artikel 10 bis 25 der Verordnung über Betäubungsmittelsucht und andere suchtbedingte Störungen

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http://www.bag.admin.ch/themen/drogen/00042/00629/00799/index.html?lang=de