Beginn Inhaltsbereich

Beginn Navigator

Ende Navigator



Gesundheitsrisiko durch Tabakzusatzstoffe

Zusatzstoffe sind Substanzen, welche die Tabakindustrie gezielt den Tabakprodukten zufügt. Die Zusatzstoffe machen die giftigen Tabakprodukte für den Verbraucher geniessbar und angenehm.

Die Tabakindustrie umfasst mehrere Unternehmen, die verschiedene Tabakprodukte herstellen und verkaufen. Der Gebrauch aller Tabakprodukte, egal, ob geraucht, gekaut, geschnupft oder inhaliert, verursacht Krankheiten, welche die Lebensqualität einschränken sowie Erkrankungen, die zu vorzeitigem Tod führen können. Das in der Europäischen Union (EU) am häufigsten verwendete Tabakprodukt ist die Zigarette.

Den meisten Menschen ist bewusst, dass das Rauchen von Zigaretten gesundheitsschädlich ist, da dabei Tausende von Substanzen, von denen einige (hunderte) giftig sind, gebildet und mit dem Rauch freigesetzt werden.

Weniger bekannt ist die Tatsache, dass die meisten Tabakhersteller zusätzlich zum Tabak weitere Zusatzstoffe verwenden, die die chemische Zusammensetzung des Rauchs verändern. Diese Zutaten werden als Tabakzusatzstoffe bezeichnet und beispielsweise verwendet um:

  • der Zigarette ein unverwechselbares Aroma zu geben,
  • das Abbrennen der Zigarette zu steuern, und
  • den Tabak feucht zu halten und sein Austrocknen zu verhindern.

Die Gründe, wegen derer diese Substanzen einem Konsumprodukt zugefügt werden, mögen vollkommen verständlich erscheinen. So liesse sich sagen, dass Zusatzstoffe nicht unbedingt eine schlechte Sache sein müssen, da sie doch dem Verbraucher ein besseres Konsumerlebnis verschaffen. Es ist jedoch sehr problematisch und ausserordentlich bedenklich, den Menschen ein Produkt wie Zigaretten, die bekanntermassen giftig und krebserzeugend sind, angenehmer und verbraucherfreundlicher zu gestalten.

Zusatzstoffe können Zigaretten attraktiver machen, indem sie einige der unerwünschten Wirkungen, zu denen es beim Inhalieren von Tabakrauch kommt, unterdrücken.

  • Sie überdecken den bitteren und scharfen Geruch des inhalierten Rauchs,
  • sie mildern den inhalierten Rauch ab und verringern so dessen atemwegreizende Wirkung (wodurch letztlich das Warnsignal des Körpers, dass der Rauch schädlich ist, beseitigt wird),
  • sie färben Asche und Rauch weiss und
  • sie verbessern das Aussehen der Zigarette.

Letztendlich ermutigen die Tabakhersteller durch die Verwendung von Zusatzstoffen Personen, die sonst möglicherweise aufgrund der unangenehmen Eigenschaften des Rohtabaks vom Rauchen Abstand genommen hätten, Tabak zu konsumieren. Je angenehmer die Zigarette ist, umso leichter ist es für Rauchende, ihre Gewohnheit aufrecht zu erhalten und desto höher ist auch ihre Wahrscheinlichkeit, abhängig zu werden.

Studien zeigen, dass beim Verbrennen von Tabakzusatzstoffen schädliche Substanzen gebildet werden können. Es ist jedoch sehr schwierig, die Wirkung eines einzelnen Zusatzstoffes für sich allein zu betrachten, da sämtliche im Tabakrauch vorhandenen Chemikalien miteinander in Wechselwirkung treten können. Ausserdem können die Abbrandprodukte mancher Zusatzstoffe auf indirektem Weg die Wirkung von Nikotin im Gehirn verstärken (Nikotin ist die Substanz, die Menschen vom Rauchen abhängig macht).

Dessen ungeachtet nutzt die Tabakindustrie rechtmässig Zusatzstoffe, da die zuständigen regulatorischen Einrichtungen die Zusatzstoffe als unbedenklich für die Verwendung in Lebensmittel oder Kosmetika eingestuft haben. Dies ist jedoch keine ausreichende wissenschaftliche Basis, die einen Einsatz in Tabakprodukten rechtfertigen würde. Denn Zusatzstoffe in Lebensmitteln und Kosmetika werden beim normalen Gebrauch nicht verbrannt (oder sehr hohen Temperaturen ausgesetzt) und dann inhaliert. Der Verbraucher ist Zusatzstoffen in Lebensmitteln und Kosmetika in einer ganz anderen Art und Weise ausgesetzt als beim Rauchen von Tabakprodukten. Daher sollte man nicht davon ausgehen, dass die Zusatzstoffe bei dieser Art der Verwendung vergleichbare Auswirkungen auf den Körper haben. Darüber hinaus ist die Tatsache, dass diese Zusatzstoffe Tabakprodukte attraktiver machen und deren Gebrauch fördern können, sehr bedenklich, da Tabakprodukte giftig sind und abhängig machen können.

Die Tabakhersteller vermarkten auch als "natürlich" oder "rein" bezeichnete Zigaretten, denen keine Chemikalien oder Zusatzstoffe beigemengt wurden. Potentielle Verbraucher sollten aber wissen, dass es keine ungefährliche Zigarette gibt; denn der Rauch enthält auch so krebserzeugende und giftige Substanzen, die aus dem Tabak selbst stammen.

Fazit: Die Tabakhersteller machen Zigaretten durch Zusatzstoffe attraktiver, was den Zigarettenkonsum fördert und die Wahrscheinlichkeit, abhängig zu werden, erhöht.

Disclaimer:

Diese Texte sind Übersetzungen von Factsheets zu Tabakzusatzstoffen, die vom Nationalen Institut für öffentliche Gesundheit und Umwelt (RIVM), Bilthoven und/oder vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), Heidelberg verfasst wurden. Die Verantwortung für die Übersetzung trägt das Bundesamt für Gesundheit (BAG), Bern. Die englischsprachigen Originale sind auf der DKFZ-Internetseite http://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle (Dörrpflaumensaftkonzentrat, Guarkernmehl, Johannisbrot, Lakritz, Menthol, Vanillin und Zellulose) und der RIVM-Internetseite http://www.tabakinfo.nl (2-Furfural, Ammoniumverbindungen, Glyzerin, Kakao, Propylenglykol, Sorbit und Zucker sowie ein Factsheet zum Tabakrauchbestandteil Acetaldehyd) verfügbar.

Diese Initiative wurde von der Europäischen Union im Rahmen des Programms „Gesundheit" finanziell gefördert.

Weitere Informationen zu den Tabakzusatzstoffen

Alle2ACDGKLMPSVZ
2
  • 2-Furfural

    2-Furfural ist eine Verbindung, die aus landwirtschaftlichen Nahrungsmitteln wie zum Beispiel Hafer und Weizenkleie gewonnen wird. Sein Geruch und Geschmack werden als süss, holzig, brotähnlich und karamellartig beschrieben.

A
  • Acetaldehyd

    Acetaldehyd entsteht im Körper während des Stoffwechsels, zum Beispiel wenn der Körper Alkohol abbaut. In der Natur ist der Stoff in Pflanzen und vielen Organismen als chemisches Nebenprodukt weit verbreitet. Er kommt auch natürlicherweise in verschiedenen Lebensmitteln wie reifen Früchten, Kaffee und Brot vor. Acetaldehyd weist einen erfrischenden Geschmack und einen schalen, fruchtigen Geruch auf.

  • Ammoniumverbindungen

    Ammoniak ist ein farbloses Gas und hat einen charakteristisch starken Geruch. Es kommt in kleinen Mengen in der Atmosphäre vor und entsteht bei der Verwesung von Tieren und Pflanzen.

C
  • Carob und Johannisbrotkernmehl

    Das Johannisbrot ist die Frucht des immergrünen Johannisbrotbaums. Das Fleisch der Frucht (genannt Carob) enthält viel Zucker; es hat einen süssen, schokoladenartigen Geschmack und sieht auch ähnlich aus wie Schokolade. Es kann als feines Pulver oder als Extrakt verwendet werden. Die im Fruchtfleisch enthaltenen Samen werden zu einer mehlartigen Substanz, dem Johannisbrotkernmehl gemahlen.

D
  • Dörrpflaumensaftkonzentrat

    Dörrpflaumen sind getrocknete reife Pflaumen. Dörrpflaumensaftkonzentrat wird aus Dörrpflaumen gewonnen. Da es sich um einen Fruchtextrakt handelt, enthält konzentrierter Dörrpflaumensaft sehr viel Zucker und ist dementsprechend süss.

G
  • Glyzerin

    Glyzerin, das auch als Glycerin oder Glycerol bezeichnet wird, ist eine süss schmeckende, geruch- und farblose Flüssigkeit. Es kommt von Natur aus in tierischen und pflanzlichen Fetten vor.

  • Guarkernmehl

    Guarkernmehl wird aus den Samen der Guarbohne gewonnen und wird wegen seiner Gelierwirkung (in Pulverform) kommerziell verwendet.

K
  • Kakao

    Kakao bezeichnet die in der Schote (Frucht) enthaltenen Samen oder Bohnen des Kakaobaums, der in den Tropen wächst. Das aus den Samen extrahierte Produkt enthält einige Substanzen, die auf die Psyche wirken können (das heisst psychoaktive Verbindungen). Koffein, Serotonin, Theobromin, Tryptophan und Tryptamin sind zum Beispiel psychoaktive Substanzen, die im Extrakt aus dem Samen vorhanden sind.

L
  • Lakritz

    Lakritz (Süssholz) ist eine Staude, aus deren Wurzel der gleichnamige Extrakt mit dem charakteristischen süssen Lakritzaroma gewonnen wird. Der Extrakt enthält das sehr süsse Glycyrrhizin und Zucker.

M
  • Menthol

    Menthol ist ein natürlicher Bestandteil von Pflanzen der Gattung Minze; dazu gehören beispielsweise Pfefferminze, Ackerminze und Grüne Minze. Es vermittelt einen Minzgeruch und -geschmack und hat eine charakteristische kühlende Wirkung.

P
  • Propylenglykol

    Propylenglykol ist ein Erdölderivat, das in der gewerblichen Industrie viele Verwendungen findet. Es ist geruch- und geschmacklos.

S
  • Sorbit

    Sorbit wird im Körper während des Stoffwechsels gebildet, das heisst wenn der Körper Glukose abbaut, um Energie zu erzeugen. Der Stoff kommt von Natur aus in bestimmten Früchten wie Äpfeln und Birnen sowie in Tabakpflanzen vor. Er hat einen süsslichen, karamellähnlichen Geruch und einen süssen Geschmack.

V
  • Vanillin

    Vanille gehört weltweit zu den beliebtesten Aromen. Es wird aus der Schote und den Samen der Vanillepflanze gewonnen. Die Hauptsubstanz des Vanilleextrakts ist das Vanillin, das für den charakteristischen süssen Vanilleduft verantwortlich ist.

Z
  • Zellulose

    Zellulose ist der Hauptbestandteil der meisten Pflanzen und wird aus verschiedenen Pflanzen, beispielsweise Holz, Baumwolle, Flachs und Hanf, gewonnen.

  • Zucker

    Zucker kommt von Natur aus in allen Pflanzen und Tieren vor und dient als Energiequelle sowie zur Erzeugung anderer biologisch wichtiger Moleküle.

Alle2ACDGKLMPSVZ

Ende Inhaltsbereich



http://www.bag.admin.ch/themen/drogen/00041/00618/13196/index.html?lang=de