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Die humanen Papillomaviren (HPV) sind weit verbreitet. Es gibt mehr als 100 verschiedene Typen, wobei etwa 40 davon den Genitalbereich infizieren können. Diese Viren können Genitalwarzen oder Krebsvorstufen, aus denen sich Krebs entwickeln kann, verursachen. HPV werden beim Geschlechtsverkehr durch den Kontakt mit der Haut oder der Schleimhaut übertragen. Man schätzt, dass sich 70 bis 80% der sexuell aktiven Bevölkerung im Verlauf ihres Lebens mit Papillomaviren anstecken. In 90% der Fälle verläuft die Infektion asymptomatisch und verschwindet ohne Behandlung wieder. Die durch HPV verursachten Läsionen im Gebärmutterhals sind schmerzlos. Sie werden von der Frauenärztin oder dem Frauenarzt in der Kontrolluntersuchung mittels Gebärmutterhalsabstrich festgestellt. Wenn sie nicht von selber verschwinden, werden sie behandelt (Laser, Chirurgie).
In der Schweiz ist Gebärmutterhalskrebs die vierthäufigste Krebsart bei Frauen unter 50 Jahren. Die Impfung und die jährliche gynäkologische Kontrolluntersuchung ergänzen sich und können zusammen die Häufigkeit dieser Krebsart massgeblich senken. Das Präservativ bietet nur einen teilweisen Schutz gegen HPV. Gegen andere sexuell übertragbare Krankheiten schützt das Kondom aber 100-prozentig.
Die zwei vorhandenen Impfstoffe, Cervarix® und Gardasil® schützen zu über 95% vor den Papillomaviren der Typen 16 und 18. Diese beiden Typen sind für etwa 70% der Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich. Gardasil® schützt zusätzlich vor den zwei Typen 6 und 11, welche Genitalwarzen verursachen können.
Die Impfung umfasst drei Dosen. Bis heute ist keine Auffrischimpfung empfohlen. Da die Impfstoffe nicht nach dem gleichen Verfahren hergestellt werden, sind sie nicht austauschbar. Es müssen daher drei Dosen des gleichen Impfstoffs innerhalb von sechs bis zwölf Monaten verabreicht werden.
Die Impfung ist für Mädchen zwischen 11 und 14 Jahren empfohlen. Für junge Frauen bis 20 Jahre wird bis Ende 2012 eine Nachholimpfung empfohlen. Frauen zwischen 20 und 26 Jahren können ebenfalls von der Impfung profitieren. Die Impfung wird mit Vorteil vor dem ersten Geschlechtsverkehr verabreicht. Wenn sie im Rahmen eines kantonalen Programms durchgeführt wird, ist sie kostenlos (das heisst, dass die Kosten von den Krankenkassen an die Programmverantwortlichen rückerstattet werden). Für Frauen zwischen 15 und 26 Jahren ist diese Bestimmung bis Ende 2012 befristet und wird danach neu beurteilt. Die Impfung kann auch ausserhalb eines Impfprogramms erfolgen, wird dann jedoch nicht rückerstattet.
In den Tagen nach der Impfung können Nebenwirkungen auftreten. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Rötungen und Schmerzen an der Einstichstelle (25% der Fälle) sowie gelegentlich um Kopfschmerzen und Fieber (10% der Fälle). Diese Reaktionen verschwinden jedoch innerhalb von drei Tagen von selber wieder. Allergische Reaktionen sind ebenfalls möglich, jedoch sehr selten. Als Reaktion auf die Spritze (nicht auf den Impfstoff) kann nach der Impfung, oder sogar vorher, eine kurze Absenz auftreten.
Bei einer schweren Allergie auf einen der im Impfstoff enthaltenen Stoffe oder wenn bei einer früheren Impfung eine schwere allergische Reaktion aufgetreten ist, ist von der Durch- oder Weiterführung der Impfung abzusehen. Die HPV-Impfung scheint für schwangere Frauen und ihr ungeborenes Kind kein Risiko darzustellen. Da aber noch nicht genügend Daten dazu vorliegen, wird empfohlen, die Impfung erst nach der Geburt vornehmen zu lassen.
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